Das sagt FCK-Trainer Antwerpen zum Chaos-Derby

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Das sagt FCK-Trainer Antwerpen zum Chaos-Derby
Das sagt FCK-Trainer Antwerpen zum Chaos-Derby

Teufel, was war denn da los?

Es gab im Fritz-Walter-Stadion schon so manche Fußballschlacht, doch das brisante Südwestderby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Waldhof Mannheim am Samstagnachmittag wird wohl ewig in den Köpfen vieler Fußballfans bleiben. Diese Partie lief nämlich völlig aus dem Ruder. Und das bei einem Endstand von 0:0. Doch der Reihe nach.

Insgesamt gab es acht gelbe, vier rote Karten und etliche Spielunterbrechungen. Mit Mittelfeldspieler Kenny-Prince Redondo und Innenverteidiger Marvin Senger wurden zwei Spieler des FCK des Feldes verwiesen. Und hinzu kam noch, dass Mannheims Sportdirektor Jochen Kientz und Lauterns Teammanager Florian Dick auch den roten Karton gezeigt bekamen.

49 Minuten mussten die Roten Teufel mit zwei Mann weniger spielen. Am Ende muss sich das torlose Remis wie ein Derbysieg angefühlt haben.

Komischer Geschmack bei Antwerpen

“Das Ganze hat einen komischen Geschmack. Es war eines der anstrengendsten Spiele in meiner Trainerkarriere“, sagte FCK-Trainer Marco Antwerpen, der auch eine Gelbe Karte sah, im Gespräch mit SPORT1. (DATEN: Die Tabelle der 3.Liga)

“Ich bin immer noch sprachlos darüber, wie man sich als Schiedsrichter selbst in solche Schwierigkeiten bringen kann. Da muss man sich über die Ansetzung eines Referee Gedanken machen, ob er solch einem Derby überhaupt schon gewachsen ist.“

Was war genau passiert? In der 23. Minute trat Redondo Mannheims Hamza Sahgiri von hinten in die Achillessehne und löste damit ein heilloses Durcheinander an der Seitenlinie aus.

Es war allerdings eine fragwürdige Entscheidung, wie hinterher auch Waldhof-Coach Patrick Glöckner bei Magenta Sport eingestand. Doch genau diese Szene ließ die Emotionen auf beiden Seiten überkochen. Beide Bänke sprangen auf, es herrschte Chaos. Die Security-Mitarbeiter hatten alle Hände voll zu tun. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 3. Liga)

Kientz flippt völlig aus

Kientz verlor komplett die Nerven, legte sich unter anderem mit Lauterns sportlichem Geschäftsführer Thomas Hengen an, wurde handgreiflich gegen die eigenen Leute und musste schließlich von den Security-Mitarbeitern zurückgehalten werden. Kientz packte den völlig überforderten Schiedsrichter Florian Heft am Arm und musste auf die Tribüne.

“Es obliegt mir nicht das zu beurteilen, da muss Herr Kientz sich selber Gedanken machen, wie er sich da verhalten hat“, meinte Antwerpen.

Auch Redondo flog vom Platz. In der Folgezeit kam kein normales Spiel mehr zustande. Im Gegenteil. Alle paar Minuten lag ein anderer Spieler auf dem Rasen. In der 40. Minute setzte es den nächsten Platzverweis für die Roten Teufel: Innenverteidiger Marvin Senger sah Rot für eine Notbremse an Mannheims Adrien Lebeau. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 3. Liga)

Auch Dick verliert die Nerven

Doch damit nicht genug. Kurz vor der Pause gingen auch Florian Dick die Nerven durch. Aus der Coaching-Zone sprintete der frühere FCK-Profi fast bis zur Grundlinie und wurde ebenfalls vom Platz geschickt. Der vierte Platzverweis in nur 45 Minuten - Wahnsinn!

Antwerpen blieb in dem Chaos verhältnismäßig ruhig. „Ich habe versucht, mich auf das Coaching und meine Jungs zu konzentrieren“, meinte der 49-Jährige.

Ging es hinterher in den Katakomben versöhnlicher zu? Gab es gar eine Entschuldigung der Mannheimer? „Es ist nicht die Aufgabe von Waldhof Mannheim sich bei uns zu entschuldigen, denn keiner von ihnen hat die Roten Karten gezogen“ befand Antwerpen. „Es gab einen Schiedsrichter und der hätte das Spiel vernünftig über die Bühne bringen müssen. Das hat er nicht geschafft.“

Raab hält die Null fest

Er fügte noch hinzu: „Auch das Verhalten des Linienrichters war äußerst grenzwertig. Ich musste ihm bei einem Wechsel acht Mal darauf hinweisen, dass ich gerne wechseln möchte.“

In der zweiten Halbzeit wurde FCK-Torwart Matheo Raab, seit dieser Saison die neue Nummer 1, zum Mann des Spiels, weil er immer wieder gute Möglichkeiten der Gäste vereitelte. „Wir haben ein richtig gutes Defensivverhalten gezeigt und hatten einen starken Torwart hinten drin stehen“, lobte Antwerpen.

Der FCK steht nach acht Spielen und nur einem Sieg auf Platz 16. Antwerpen glaubt aber, dass das Derby Signalwirkung für die kommenden Wochen haben kann.

“Auf jeden Fall. Das wird uns einen Schub geben“, betonte der Trainer der Betze-Buben, „weil die Jungs gesehen haben, das wir es können und nur die Handbremse lösen müssen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“






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