Was sagt die Bilanz, Roku?

Streaming-TV Fernbedienung
Streaming-TV Fernbedienung

Die Aktie von Roku (WKN: A2DW4X) steht bei einigen Investoren möglicherweise auf dem Prüfstand. Das letzte Quartal hat nicht den Turnaround gebracht, sondern ein weiteres temporäres Fragezeichen. Der rückläufige Werbemarkt kann eine Belastung für den Streaming-Akteur sein.

Stellen wir die Aktie von Roku daher auf den Prüfstand. Wobei unternehmensorientiert die Investitionsthese als Gatekeeper im Streaming-Markt durchaus intakt bleiben kann. Uns soll es eher darum gehen, welche Substanz hinter dem Unternehmen steckt. Dafür sehen wir uns die bilanzielle Struktur ein wenig näher an. Insbesondere die Fremdmittel in Zeiten steigender Zinsen.

Roku: Das sagt uns die Bilanz

Von der Bilanz von Roku haben wir ebenfalls im Rahmen der Quartalszahlen ein neues Update erhalten. Das heißt, wir können uns heute einmal etwas näher ansehen, wie es denn um die Kapitalstruktur des Unternehmens selbst bestellt ist.

Gehen wir auf die Passivseite, so erkennen wir: Eine kurzfristige Verschuldung von insgesamt 943,4 Mio. US-Dollar ist definitiv im Rahmen, zumal ein gewisser Anteil (60 Mio.) Deferred Revenue, also abgegrenzte Rechnungspositionen sind. Dazu kommt ein Anteil von 82 Mio. US-Dollar, der eigentlich zu den langfristigen Verbindlichkeiten zählte. Die Kernverschuldung liegt daher kurzfristig bei ca. 625,8 Mio. US-Dollar. Das ist, nun ja, im Rahmen für eine Growth-Story.

Gleichzeitig besitzt Roku kaum langfristige Schulden. Rund eine halbe Milliarde US-Dollar steckt in langfristigen Leasing-Verbindlichkeiten. Weitere 26 Mio. US-Dollar sind auch hier abgegrenzte Rechnungspositionen und weitere ca. 76 Mio. US-Dollar werden einfach mit „andere“ bezeichnet. Das ist eigentlich eine ziemlich solide Verschuldungsstruktur.

Zudem besitzt Roku Eigenkapital in Höhe von 2,77 Mrd. US-Dollar. Das ist auch eine stabile Basis, auf die die Aktie unternehmensorientiert aufbauen kann. Schauen wir außerdem auf die Aktivseite, so erkennen wir rund 2 Mrd. US-Dollar an liquiden Mitteln oder kurzfristigen Anleihen. Das heißt, die Kapitalausstattung ist unternehmensorientiert sehr, sehr gut.

Gewappnet für schwierige Zeiten

Wir können zu Roku sagen, was wir wollen. Das Fazit, das wir jedoch nicht ziehen dürfen, ist, dass das Management das Unternehmen in eine prekäre Situation gebracht hätte. Die bilanzielle Struktur ist sehr solide und die Verschuldung eher moderat. Insgesamt eine gut geführte Ausgangslage.

Jetzt gilt es lediglich, im Streaming-Markt wieder an Fahrt aufzunehmen und bei der digitalen Werbung die Weichen für das zukünftige Wachstum zu stellen. Dann bin ich überzeugt, dass diese Aktie auch wieder durchstarten kann.

Der Artikel Was sagt die Bilanz, Roku? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Roku. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Roku.

Motley Fool Deutschland 2022