Sacrebleu! Alkoholfreie Drinks werden in Frankreich immer beliebter

In der Normandie, im Norden Frankreichs, baut Valérie de Sutter Wacholderbeeren an. Eine Frucht, die üblicherweise für die Herstellung von Gin verwendet wird. Doch Valérie de Sutters Gin ist nicht irgendein Gin, er ist alkoholfrei.

Corona hat Alkoholfrei-Trend beschleunigt

Trinken ohne sich zu betrinken – dieser Trend ist auch in Frankreich angekommen, ein Land, in dem Alkohol eigentlich fester Bestandteil der Kultur ist.

Doch der Markt für alkoholfreie Alternativen wächst. "Jedes Jahr um etwa 25 Prozent", sagt de Sutter. "Die Pandemie hat viel dazu beigetragen. Das mag überraschen, denn viele sagen, dass die Leute viel mehr Alkohol konsumiert haben. Ich glaube, dass der Aperitif im Lockdown vielen zwar sehr wichtig war, sich zu Hause aber viele gesagt haben, ich trinke lieber einen ohne Alkohol.“

Geschmacklich ist er zwar nicht ganz mit dem hochprozentigen Original vergleichbar, doch er bringt sein eigenes, würziges Aroma mit.

Alkoholkonsum geht deutlich zurück

Trinken ganz ohne Katergefahr - auch in der Hauptstadt Paris gilt alkoholfrei als „en vogue“. In seinem Geschäft "Le Paon Qui Boit" bietet Augustin Laborde nur Alkoholalternativen an.

"Die meisten unserer Getränke sind brandneu und wurden höchstens vor ein, zwei oder drei Jahren auf den Markt gebracht. Es ist eine sehr junge Bewegung. Noch handelt es sich um einen Nischenmarkt. Aber die Nachfrage ist da und bisher wurde viel zu wenig geboten. Die meisten Leute, die zu uns kommen, wussten gar nicht, dass es diese ganzen Getränke alkoholfrei gibt", sagt Laborde.

1960 wurden in Frankreich noch 26 Liter Alkohol pro Jahr und Kopf getrunken, 2017 waren es nur noch 11,7. Diese Zahlen zeigen: Das Geschäft mit dem Alkoholfrei-Boom ist garantiert keine Schnapsidee.