Sachsen-Anhalt nimmt Covid-19-Patienten aus Nachbarbundesländern auf

·Lesedauer: 2 Min.

MAGDEBURG (dpa-AFX) - Sachsen-Anhalt nimmt in den kommenden Tagen Covid-Patienten aus benachbarten Bundesländern auf, die selbst Engpässe bei Intensivbetten haben. Innerhalb einer Länder-Verabredung sollen Anfang kommender Woche 30 Patientinnen und Patienten aus Sachsen und Thüringen verlegt werden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstag in Magdeburg. Die Vorbereitungen dazu liefen bereits. Derzeit sei bekannt, dass es vorrangig in Nord- und Ostsachsen, in Südbrandenburg und in Berlin zu Engpässen bei den Krankenhausbetten kommen kann.

In Sachsen-Anhalt seien knapp 140 reguläre Intensivbetten frei. Wie viele davon für Patientinnen und Patienten anderer Länder zur Verfügung gestellt werden könnten, müsse im Einzelfall geklärt werden. Parallel zu den von den Ländern koordinierten Krankentransporten organisierten auch die Kliniken selbst permanent Verlegungen von Patienten zwischen Häusern, hieß es.

Ein Beispiel dafür nannte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Donnerstag: Seine Stadt habe 15 Patientinnen und Patienten aus Sachsen aufgenommen. Damit würden in der Stadt derzeit 115 Menschen in Kliniken versorgt, die an Covid-19 erkrankt sind.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte im Landtag angekündigt, dass die Corona-Lage das Land in den kommenden ein bis zwei Wochen an Kapazitätsgrenzen bringen könnte. In diesem Fall wolle Brandenburg den Kleeblatt-Fall ausrufen - also ähnlich wie jetzt Sachsen und Thüringen - die Nachbarländer um die Aufnahme von Corona-Patienten bitten. Sie verwies auf die ebenfalls angespannte Lage in Sachsen und Thüringen: "Im Moment käme ein Ausweichen nach Sachsen-Anhalt ins Gespräch."

Schon vor Wochen hatten die Länder verabredet, einander bei der Behandlung von Corona-Patienten unter die Arme zu greifen, um die Überforderung einzelner Krankenhäuser aufzufangen. Dafür wurde Deutschland in fünf Regionen unterteilt, die Kleeblätter genannt werden. Im Osten bilden Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg eine Unterstützungsregion. Die Hilfe soll gemeinsam mit Bund und Bundeswehr organisiert werden, wie es vom Robert Koch-Institut heißt.