Saarstahl verzichtet auf Auslagerung von Ascoval nach Deutschland

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Archivfoto aus einem Stahlwerk in Hayange (AFP/JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN)

Die teilweise Auslagerung des französischen Stahlwerks Ascoval nach Deutschland ist nach Angaben aus dem französischen Wirtschaftsministerium vom Tisch. Dies sei das Ergebnis einer Krisensitzung mit Vertretern des deutschen Mutter-Unternehmens Saarstahl, verlautete am Donnerstagabend aus Ministeriumskreisen. Gewerkschaftsangaben zufolge sollten 40 Prozent der Aktivitäten von Ascoval wegen der gestiegenen Strompreise in Frankreich zeitweise an deutsche Produktionsstätten ausgelagert werden.

Die Saarstahl-Pläne hatten in Frankreich für Empörung gesorgt, da die Hochöfen in Deutschland mit Kohle betrieben werden. "Ascoval ist ein Beispiel dafür, dass Stahlwerke in Europa emissionsfrei sein können", sagte Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire. Es sei "absurd", die Aktivität "wegen punktuell hoher Strompreise" an deutsche Produktionsstätten auszulagern, sagte Industrieministerin Agnès Pannier-Runacher.

Das französische Stahlwerk betreibt seine Hochöfen im Unterschied zu den deutschen Hochöfen mit Strom. Es hat derzeit einen Vertrag mit dem Stromanbieter GazelÉnergie, dessen Preise zuletzt deutlich gestiegen sind. Le Maire stellte staatliche Hilfen für Ascoval in Aussicht, unter anderem einen günstigeren Vertrag mit dem Stromanbieter EDF. "Wir arbeiten an Lösungen", sagte er. "Ascoval wird französisch bleiben."

Die französische Regierung bemüht sich seit Jahren, die Produktionsstätte zu erhalten, in der 270 Beschäftigte Stahl produzieren, der in einem anderen Unternehmen zu Eisenbahnschienen verarbeitet wird. Anfang des Jahres hatte die Regierung einen Kredit von 20 Millionen Euro bewilligt, um die Gehälter zu zahlen.

kol/ilo

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