Saar-Ministerpräsident: Neuen CDU-Chef erst im Dezember wählen

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Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) plädiert angesichts der Corona-Krise dafür, die Entscheidung über den Parteivorsitz der Christdemokraten auf Dezember zu vertagen. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer solle bis dahin im Amt bleiben, sagte Hans in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview des Magazins "Spiegel". Es gebe derzeit "drängendere Fragen als die, wer in Zukunft die CDU führt". Die Corona-Krise müsse über alle Parteigrenzen hinweg bewältigt werden.

Über die Nachfolge von Kramp-Karrenbauer sollte eigentlich bei einem Sonderparteitag am 25. April entschieden werden. Dieser Parteitag wurde wegen der Ausbreitung des Coronavirus aber bereits ausgesetzt, ohne dass ein neuer Termin festgelegt wurde. Für Dezember ist ein regulärer Bundesparteitag der CDU geplant. "Ich glaube, es reicht, wenn wir dort einen Vorsitzenden wählen", sagte Hans.

In Kramp-Karrenbauer habe die CDU eine gute Vorsitzende, deshalb bestehe aus seiner Sicht "kein Grund zur Hektik", betonte der saarländische Regierungschef. Hans war Kramp-Karrenbauer im Amt des Ministerpräsidenten nachgefolgt, als diese den Vorsitz der Bundespartei übernommen hatte.

Für die Nachfolge Kramp-Karrenbauers an der CDU-Spitze gibt es bislang drei offizielle Kandidaten. Dies sind sind der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, der frühere Fraktionschef Friedrich Merz und der ehemalige Bundesumweltminister Norbert Röttgen.