Saakaschwili-Festnahme durch Unterstützer verhindert

Unterstützer haben den georgischen Ex-Präsidenten Michail Saakaschwili kurz nach seiner Verhaftung in der ukrainischen Hauptstadt Kiew aus einem Polizei-Van befreit.

Seine Anhänger errichteten Straßensperren aus Mülltonnen und Reifen, um die Sicherheitskräfte zu behindern.

Kurz zuvor hatte Saakaschwili seinen Unterstützern von dem Dach seines Wohnblocks aus zugerufen:

"Ich appelliere an die Einwohner Kiews: Lasst unrechtmäßiges Chaos nicht zu. Stoppt Poroschenko und seine Bande. Die Ukraine befindet sich unter echter Bedrohung. Diese Leute haben die Macht total an sich gerissen."

Noch auf dem Dach des Wohnblocks nahmen Beamte des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes den Politiker in Gewahrsam und führten ihn ab. Chaotische Szenen hatten sich im Zentrum Kiews abgespielt, nachdem Saakaschwili unter dem Verdacht der Beihilfe für eine kriminelle Organisation festgenommen worden war. Bis vor einem Jahr war der inzwischen Staatenlose noch Gouverneur der ukrainischen Oblast Odessa.

Seine Unterstützer lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Vor Saakaschwilis Haus kam es zu heftigen Außeinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, als Saakaschwili abgeführt wurde. Er rief seine Unterstützer wiederholt dazu auf, Widerstand zu leisten.

Seine Verhaftung kam zwei Tage nachdem seine Partei "Bewegung neuer Kräfte" eine Großkundgebung organisiert hatte, in der die Amtsenthebung des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko gefordert wurde.