Süper Lig: Jantscher: "Wenn Österreich, dann nur Sturm"

Der österreichische Nationalteamkicker Jakob Jantscher wird Rizespor wohl verlassen. Im SPOX -Interview verrät er, wohin es ihn in Zukunft ziehen könnte und was Sturm Graz so besonders macht.

Der österreichische Nationalteamkicker Jakob Jantscher wird Rizespor wohl verlassen. Im SPOX-Interview verrät er, wohin es ihn in Zukunft ziehen könnte und was Sturm Graz so besonders macht.

Für den 28-jährigen Mittelfeldspieler ist der Abschied aus Rize zwar noch keine beschlossene Sache, es sieht aber ganz danach aus. Denn in der zweithöchsten türkischen Spielklasse dürfen pro Mannschaft lediglich fünf nicht-türkische Spieler stehen. Ein Umstand, den Jantscher bedauert.

Die Jantschers fühlten sich wohl am Schwarzen Meer, umgeben von Teeplantagen und einem direkten Zugang zum Strand: "Es war für mich nicht nur sportlich super, sondern allgemein. Wir leben direkt am Meer, ich kann jeden Tag schwimmen gehen. Das ist natürlich eine gewisse Lebensqualität."

Der Abstieg aus der Süper Lig, ein mittelschweres Drama für Recep Tayyip Erdogans Lieblingsklub, dessen Familie Wurzeln rund um die Stadt hat: "Das Ziel ist der sofortige Wiederaufstieg. Der Verein hat auch die Mitteln dazu", kommentiert Jantscher die Ambitionen. Grundsätzlich könne er sich einen Verbleib vorstellen. Auch in Liga Zwei? "Ich habe vor einem Jahr einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Schon mit dem Gedanken daran, das auch wirklich durchzuziehen."

Als Jantscher fast bei Schalke landete

Gesehen hat der 23-fache ÖFB-Nationalteamkicker in seiner Karriere schon sehr viel. Mit Sturm verzauberte er im Europacup 2009 ganz Österreich, 2010 stemmte er mit den Schwarz-Weißen den ÖFB-Cup in den Kärntner Nachthimmel. Ein besonderes Highlight für den damals 21-Jährigen: "Da waren 20.000 Leute in Kärnten. Das war komplett verrückt."

Von dort ging es nach Salzburg, Jantscher konnte sich fortan zweifacher österreichischer Meister nennen. Der damalige Salzburger Trainer Huub Stevens wollte ihn nach Schalke mitnehmen, ein Vertrag kam allerdings nicht zustande.

Stattdessen heuerte Jantscher in Moskau an. Bei Dinamo. Von Salzburg nach Moskau. Eine ordentliche Umstellung: "Ich habe damals wohl den größten Schritt in meiner Karriere gemacht. Sowohl sportlich als auch persönlich. Wenn du aus dem beschaulichen Graz und dem beschaulichen Salzburg nach Moskau kommst und dich zurecht finden musst, dann ist das schon eine gewaltige Herausforderung."

In Moskau kickte Jantscher mit Größen wie Kevin Kuranyi, Aleksandr Kokorin oder Balázs Dzsudzsák. Und konnte sich in dieser Qualitätsdichte im Kader durchsetzen: "Es hat mir ein wahnsinnig gutes Gefühl gegeben, zu sehen, dass ich auf diesem sportlichen Niveau mithalten kann."

Doch Jantscher ließ sich nicht nieder, zog weiter nach Holland (NEC Nijmegen), in die Schweiz, zum FC Luzern und schließlich zu Caykur Rizespor. Welches Kapitel wird Jantscher seiner Karriere nun hinzufügen? "Es gibt konkretes Interesse, wir führen mit zwei Vereinen Gespräche."

Eine emotionale Botschaft für Daniel Beichler

Diese zwei Vereine sind allerdings keine österreichischen Klubs: "Für eine Österreich-Rückkehr wär's noch zu früh." Falls eine Rückkehr in die alte Heimat tatsächlich im Raum stünde, käme sowieso nur ein Verein in Frage: "Wenn ich wieder nach Österreich zurückgehe, dann nur zu Sturm. Ich bin dem Verein sehr verbunden, bin von klein auf Sturm-Fan. Ich kenne viele Spieler, viele Leute. Wie der Verein von den Fans gelebt wird, das Verhältnis zwischen Spieler und Fans. Das ist etwas richtig besonderes und etwas, was den Verein ausmacht." Einer, der in mittlerweile vier verschiedenen Ländern kickte, der muss das wissen.

Wie schnell eine Karriere beendet sein kann, hat Jantscher eben erst bei einem seiner ehemaligen Kollegen erfahren. Daniel Beichler musste seine Schuhe an den Nagel hängen, der Körper machte nicht mehr mit: "Ich habe immer gewusst, wie es ihm geht und welche Probleme er mitgezogen hat. Ich kenne den Beichi schon sehr lange, wir haben sehr lange gegeneinander und sehr lange miteinander gespielt. Er war immer total fußballverrückt und wenn du so früh aufhören musst, weil es gesundheitlich nicht mehr möglich ist, ist das natürlich sehr, sehr schwer."

Doch Jantscher macht sich keine Sorgen um seinen Freund: "Mich verbindet sehr viel mit ihm, wir hatten eine schöne Zeit miteinander. Er hat sehr viel erreicht, von dem andere Kicker nur träumen können. Er wird ganz sicher seinen Weg machen."

Saison Team Wettbewerb
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
1828 28 21 7 9 10 5 3 0 1
141 4 1 3 1 5 0 0 0 0
2162 34 21 13 7 13 6 8 0 0
2414 33 28 5 15 5 6 10 0 0
1841 26 22 4 12 7 3 2 0 0
198 3 3 0 2 2 0 0 0 0
1228 20 14 6 9 7 1 1 0 0

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