Süle: "Zweifler interessieren mich nicht"

Niklas Süle (l.) kam von der TSG Hoffenheim zum FC Bayern

Im Eröffnungsspiel der neuen Bundesligasaison hat sich der FC Bayern mit 3:1 gegen Bayer Leverkusen durchgesetzt. Mit Niklas Süle und Corentin Tolisso trafen zwei Neuzugänge gleich in ihrem ersten Bundesligaspiel für die Münchner.

SPORT1 fasst die Stimmen von ZDF, Eurosport und aus der Pressekonferenz zusammen:

Niklas Süle (FC Bayern): "Das war natürlich ein besonderer Tag für mich. Für meinen neuen Verein zu spielen vor so einer tollen Kulisse. Wenn die Bayern-Fans hier deinen Namen sagen, ist das schon ein tolles Gefühl. Die Zweifler interessieren mich gar nicht. Es war schön für mich im ersten Spiel für meinen neuen Verein zu treffen. Dass Sebastian Rudy noch die Hereingabe macht, ist das i-Tüpfelchen."

Sebastian Rudy (FC Bayern): "Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit zu viele Chancen zugelassen. Trotzdem haben wir es souverän runtergespielt und verdient gewonnen. Ich habe von Anfang an versucht, meine Qualität zu zeigen und Gas zu geben. Wenn ich noch ein bisschen mehr Konstanz reinbringe, dann wird es noch besser."

Hasan Salihamidzic (Sportdirektor FC Bayern): "Wir haben gewonnen, das ist gut. Es gab ein paar Sachen, die wir verbessern werden, aber ich bin sehr glücklich und zufrieden, dass wir gewonnen haben."

Robert Lewandowski (FC Bayern): "Das mit dem Videobeweis war eine gute Aktion. Der Schiedsrichter hat das nicht gesehen, aber es war ein richtiger Elfmeter. Das kann passieren und wir wissen, dass jemand von außen sieht, was passiert. Das war in dieser Situation so. Das war ein klares Foul und da kann die Videoanalyse helfen."

Carlo Ancelotti (Trainer FC Bayern): "Es war ein schwieriges Spiel, und ja, es ist wahr, wir haben nicht so gut verteidigt, haben zu viele Räume gelassen. Aber das kann zu diesem Zeitpunkt passieren, wir stehen erst am Anfang der Saison. Um zu null zu spielen, müssen wir kompakter stehen."

(zu seinem Disput mit Schiedsrichter Stieler): "Ich hatte Sorgen um Ribery, er hat sich nicht bewegt. Ich wollte, dass der Schiedsrichter das Spiel unterbricht."

(zu der Frage nach der Siegerzigarette): "Was ist das? (lässt es sich erklären) Die hatte ich schon (lacht)."


Joachim Löw (Bundestrainer): "Der Führungstreffer war wichtig, vorbereitet von Sebastian Rudy und abgeschlossen von Niklas Süle. Für beide ist es ein super Einstand vor heimischem Publikum. Bei Thomas Müller hat man schon in der Vorbereitung gespürt, dass er vom Kopf her ausgeruhter ist. Nach vielen Jahren der hohen Belastung war es eine ganz bewusste Pause. Die fußballfreie Zeit hat ihm gut getan, davon wird er in diesem Jahr profitieren."

Oliver Kahn (ZDF-Experte): "Es war sehr auffällig und ich muss länger zurückdenken, dass der FC Bayern so viele Torchancen zugelassen hat. In der ersten Halbzeit hatte Leverkusen schon zwei oder drei sehr gute Torchancen, wo Sven Ulreich sehr gut hält. In der zweiten Halbzeit hatte Leverkusen sieben größere Chancen, 8:2 Torschüsse. Das ist bei den Bayern schon ein Sack, es stimmt in der Defensive nicht. Das war das Problem.  Der FC Bayern hat nicht nach vorne verteidigt, sondern hat sich immer weiter zurückgezogen. Sie haben drei Tore aus Standardsituationen erzielt, aber wenn ich Ancelotti wäre, würde ich mir schon Gedanken machen."

Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Wenn man verliert, ist es nie ein schönes Gefühl, aber wir müssen uns für den Auftritt trotzdem nicht schämen. Ärgerlich für uns, dass wir in der ersten Halbzeit durch zwei Standards in Rückstand geraten sind. Ärgerlich war auch der Elfmeter. Die Mannschaft hat danach weiter versucht, nach vorne zu spielen - Bayern hätte da natürlich den Sack zumachen können. Gut ist, dass wir es geschafft haben, Torchancen zu erspielen, aber wir müssen da einfach effizienter werden."

Jonathan Tah (Bayer Leverkusen): "Bei den Standars haben wir gepennt. Da waren die komplett frei."

Bernd Leno (Bayer Leverkusen): "Wir hatten eine Menge Chancen. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, bei dem wir hier in München so viele Chancen hatten. Wir haben drei Gegentore durch Standards bekommen. Das müssen wir schnell abstellen, denn das entscheidet Spiele. Man hat aber gesehen, dass der Trainer uns eine Philosophie mitgegeben hat. Wir können mit der Leistung, aber nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein."

Matthias Sammer (Eurosport-Experte): "Mit seiner Auswechslung von Thomas Müller hat der FC Bayern auf ein klares 4-3-3 umgestellt. Taktisch ist das total nachvollziehbar. Aber Fußball hat auch etwas mit Persönlichkeit und Profil zu tun. Es gibt Führungsspieler, die sind unantastbar. Da muss man vorsichtig sein, aber das muss der Trainer entscheiden."