Südzucker: Keine süße Versuchung

Maximilian Völkl
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Südzucker: Keine süße Versuchung

Nach den zuletzt ruhigen Wochen beginnt in den USA wieder die Berichtssaison. Den Anfang machen hierbei Fastenal, ein Händler und Hersteller von Verbindungsmitteln, und die Bank JPMorgan. Doch auch in Deutschland öffnen mit Gerresheimer und Südzucker zwei Konzerne ihre Bücher. Vor allem bei Europas größtem Zuckerhersteller werden die Anleger genau beobachten, wie das erste Quartal lief.

Bittere Entwicklung

Anleger hatten zuletzt wenig Freude mit der Entwicklung bei Südzucker. Seit März 2017 hat die SDAX-Aktie gut 45 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Ein Ende der Talfahrt ist aktuell nicht in Sicht. Laut der US-Bank Goldman Sachs preist die Aktie von Südzucker vielmehr auch auf dem aktuellen Niveau noch unrealistische Erwartungen ein. Branchenexperte John Ennis glaubt, dass die vom Konzern erhoffte Erholung der Zuckerpreise nicht so schnell kommen wird. Ennis kappte deshalb sein Kursziel von 13 auf elf Euro und stufte die Aktie von „Neu­tral“ auf „Sell“ ab.


Seit dem Ende der EU-Zuckermarktverordnung Ende September 2017, die bestimmte Quoten und Subventionen vorsieht, sind die Preise für Zucker gesunken. Auch bei der Bioethanol-Tochter Crop­energies steht Südzucker vor großen He­rausforderungen. Ennis strich auch deshalb seine Gewinnerwartungen für das kommende Geschäftsjahr zusammen. Die Zahlen dürften nun einen ersten Vorgeschmack darauf geben, ob die Erwartungen am Markt tatsächlich zu hoch sind.