Angehörige toter Seeleute fordern in Seoul Todesstrafe für General aus Nordkorea

General Kim Yong Chol

Angehörige von Todesopfern eines 2010 versenkten südkoreanischen Kriegsschiffs haben am Samstag in Seoul gegen den Auftritt eines ranghohen nordkoreanischen Militärs bei der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele protestiert. Die etwa 30 Demonstranten warfen dem für innerkoreanische Beziehungen zuständigen General Kim Yong Chol vor, für einen Angriff auf eine südkoreanische Korvette im Jahr 2010 verantwortlich zu sein, bei deren Untergang 46 Seeleute ums Leben kamen.

Die Teilnehmer der Kundgebung forderten Kims Hinrichtung. Außerdem müsse Pjöngjang die Verantwortung für den Angriff übernehmen und sich entschuldigen. Nordkorea bestreitet eine Verwicklung in den Vorfall und spricht von einer ungeklärten Explosion an Bord der Korvette "Cheonan", die Medienberichten zufolge Torpedos und andere Waffen sowie Munition geladen hatte.

Das südkoreanische Vereinigungsministerium hatte Bedenken im Zusammenhang mit der Visite der von Kim geleiteten Delegation eingeräumt, der auch Mitglieder des nordkoreanischen Außenministeriums angehören. Der Besuch biete aber die "Chance, die innerkoreanischen Beziehung zu verbessern" und einer friedlichen Lösung näherzukommen.

Das Ministerium erklärte zugleich, die Versenkung der "Cheonan" sei "sicherlich" das Werk Nordkoreas. Doch die direkte Verantwortlichkeit stehe nicht fest.

In den vergangenen Monaten hatte sich der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm verschärft. Die Führung in Pjöngjang verstieß mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang nutzte Nordkorea für eine Charmeoffensive.