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Südkorea: WTO-Verfahren zu Japans Exportkontrollen wird ausgesetzt

SEOUL (dpa-AFX) -Südkorea und Japan nähern sich in ihrem Konflikt um japanische Ausfuhrbeschränkungen wieder an. Südkoreas Handelsministerium kündigte am Montag an, ein Schlichtungsverfahren vor der Welthandelsorganisation (WTO), das auf eine Beschwerde gegen Japan zurückgeht, solle ausgesetzt werden. Beide Länder hätten sich darauf geeinigt, bilaterale Konsultation über "Fragen zur Exportkontrolle" wiederaufzunehmen. Der Handelsstreit hatte sich im Juli 2019 am Beschluss Tokios entzündet, strengere Kontrollen für die Ausfuhr von Materialien zur Herstellung von Chips und Displays nach Südkorea zu verhängen - zwei wichtigen Exportgütern des Landes.

Hintergrund des Handelsstreits ist ein Disput über die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter während Japans Kolonialherrschaft (1910 bis 1945). Japan hatte die Kontrollen verhängt, nachdem der Oberste Gerichtshof in Südkorea entschieden hatte, dass zwei japanische Konzerne Schadenersatz an ehemalige Zwangsarbeiter zahlen müssen. Tokio sieht jedoch das Thema durch einen Vertrag von 1965 als abgeschlossen an.

Am Montag hatte die Regierung in Seoul neue Pläne zur Lösung der Entschädigungsfrage vorgelegt. Demnach sollen ehemalige Zwangsarbeiter oder Hinterbliebene durch einen öffentlichen südkoreanischen Fonds entschädigt werden, dem Spenden aus privater Hand zukommen sollen. Vor allem sollen südkoreanische Unternehmen angesprochen werden, die von dem Vertrag von 1965 profitiert hatten.