Südkorea warnt vor Nordkoreas Provokationen

In Pyeongchang finden die Olympischen Winterspiele 2018 statt

71 Tage vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang haben die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Athleten warten vergeblich auf ein Zeichen der Entspannung. Am Donnerstag sprach ein Mitglied der südkoreanischen Regierung erstmals davon, dass weitere militärische Provokationen den Spielen einen "tödlichen Schlag" versetzen könnten.

"Wenn der Norden zu einer Zeit provoziert, in der die Olympischen Spiele unmittelbar bevorstehen, könnte er den Olympischen Spielen einen fatalen Schlag versetzen", sagte Südkoreas Vereinigungsminister Cho Myoung-Gyon in einem für Südkoreas Regierung ungewöhnlich scharfen Ton. Deshalb sei es wichtig, "die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang in einer stabilen Atmosphäre zu veranstalten", fügte er hinzu.

Auch deshalb sprach sich das Regierungsmitglied dafür aus, die jährlichen Militärübungen mit den USA nicht wie üblich von Ende Februar bis April abzuhalten. Nach den Olympischen Spielen (9. bis 25. Februar) finden im nur 80 Kilometer von der Grenze zu Nordkorea entfernten Pyeongchang noch die Paralympics (9. bis 18. März) statt. Nordkorea reagiert in der Regel wütend darauf und startet eigene Militärübungen, auch Raketentests.

Dahlmeier sorgt sich 

Deutsche Sportler hatten zuletzt mehrfach einen Startverzicht für die Winterspiele in Erwägung gezogen. "Regelmäßig schaue ich mir die Nachrichten an, um zu erfahren, ob es Neuigkeiten aus Korea gibt. Ich bin ja unmittelbar betroffen", hatte die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin Laura Dahlmeier der Sport Bild gesagt.

Auch Rodel-Olympiasieger Felix Loch hat ein ungutes Gefühl. "Ich bin schließlich jetzt auch Familienvater und mache mir natürlich gemeinsam mit meiner Frau Gedanken", sagte Loch. Das gemeinsame Kind sei ihm wichtiger als olympisches Gold, so Loch.