Südkorea rudert bei Börsen-Verboten zurück – Entspannung bei Bitcoin & Co

Nikolas Kessler
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Bitcoin stabilisiert sich – bereit für den Ausbruch?

Die Diskussion über ein mögliches Handelsverbot für Kryptowährungen in Südkorea hat hohe Wellen geschlagen und zeitweise für hohe Verluste bei digitalen Währungen gesorgt. Inzwischen hat die südkoreanische Regierung ihre Pläne relativiert.

Zwar bestätigte Justizminister Park Sang-ki, dass sein Ministerium an einem Gesetzentwurf zum Verbot des Handels mit Kryptowährungen an den Börsen des Landes vorbereite. Dass dieser Entwurf auch zur Abstimmung kommt und geltendes Recht wird, sei jedoch keine beschlossene Sache. Zunächst bedürfe es weiteren Beratungen mit anderen Regierungsbehörden, so der Minister.

Ähnlich haben sich inzwischen auch andere Regierungsvertreter zu der Causa geäußert. „In allen Ministerien herrscht Übereinstimmung, dass die Regierung auf die überhitzte Krypto-Spekulation mit einem gewissen Maß an Regulierung reagieren muss. Handelsplätze zu verbieten, wie vom Justizminister ins Gespräch gebracht, ist ein Vorschlag, der weitere Abstimmung erfordert“, sagte beispielsweise Finanzminister Kim Dong-yeon.

Es brauche eine ausgewogene Perspektive, da die Blockchain-Technologie für viele Branchen einen hohen Stellenwert habe, beispielsweise in den Bereichen Sicherheit und Logistik, so Kim weiter. Auch der Pressesprecher von Präsident Moon Jae-in stellte klar, dass es sich lediglich um einen Entwurf und nicht um eine beschlossene Maßnahme handle.

Mit seinen Aussagen über ein drohendes Handelsverbot hatte der Justizminister am Donnerstag für Turbulenzen bei Kryptowährungen gesorgt. Der Bitcoin als prominentester Vertreter fiel daraufhin um zwölf Prozent. Die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen ist um mehr als 100 Milliarden Dollar geschrumpft.

Erholung auf breiter Front

Südkorea gilt als drittgrößter Markt beim Handel mit Kryptowährungen hinter den USA und Japan. Zudem beheimatet das Land einige der größten Kryptobörsen der Welt. Entsprechend genau wird von Investoren und anderen Regierungen beobachtet, was dort in Sachen Regulierung beschlossen wird. Nach den Verlusten am Donnerstag entspannt sich die Lage inzwischen jedoch. Am Freitagmorgen notieren die 15 nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen allesamt im Plus.