Südkorea legt USA flexible Sanktionspolitik gegen Nordkorea nahe

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SEOUL (dpa-AFX) - Bei den Bemühungen um eine atomare Abrüstung Nordkoreas sollten die USA nach Ansicht Südkoreas einen flexibleren Umgang mit Sanktionen in Betracht ziehen. Wenn es um die Frage zusätzlicher Sanktionen gegen Nordkorea gehe, müsse darüber nachgedacht werden, "was mit den bisherigen Strafmaßnahmen erreicht wurde", sagte der südkoreanische Vereinigungsminister Lee In Young am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Seoul. Die Verstärkung von Sanktionen allein sei "wahrscheinlich nicht die Lösung". Abhängig von der Situation könne eine flexible Anwendung von Sanktionen den Verhandlungsprozess fördern.

Lee ging auf Äußerungen von US-Außenminister Antony Blinken ein, wonach die neue Regierung unter Präsident Joe Biden in Abstimmung mit den Alliierten weitere Sanktionen anwenden könnte, um Pjöngjang zur Abrüstung zu bewegen. Ein anderer Weg seien aber auch diplomatische Anreize.

Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über sein Atomwaffenprogramm kommen seit dem gescheiterten Gipfeltreffen des früheren US-Präsidenten Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr voran. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Fahrplan für die Abrüstung Nordkoreas und die möglichen Gegenleistungen einigen. Das international isolierte Land ist wegen seines Atomprogramms harten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats unterworfen. Die USA verhängten zusätzlich ihre eigenen Sanktionen.

Bisher hat die neue US-Regierung ihren offiziellen Nordkorea-Kurs noch nicht verkündet. "Wir verstehen, dass die Biden-Regierung ihre Nordkorea-Politik sorgfältig prüft", sagte Lee. Dabei würden sie "eine neue Strategie durch enge Beratungen mit den Verbündeten" entwickeln. Südkoreas Regierung hatte ihre Hoffnung geäußert, dass Biden die Verhandlungen mit Nordkorea wiederaufnehmen werde.