Südkorea und Iran melden bislang höchsten Anstieg an Neuinfektionen

Südkorea zählt die meisten Fälle außerhalb Chinas

Südkorea und der Iran haben jeweils den bislang höchsten Anstieg von Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Südkoreas Präsident Moon Jae In erklärte nach der Bekanntgabe von 851 neuen Infektionsfällen dem Coronavirus am Dienstag den "Krieg". China meldete einen Anstieg von aus dem Ausland eingeschleppten Coronavirus-Fällen. Derweil lag ein deutsches Kreuzfahrtschiff wegen Coronavirus-Verdachts in einem norwegischen Hafen fest.

"Das ganze Land ist in einen Krieg mit der ansteckenden Krankheit eingetreten", sagte Südkoreas Präsident Moon und ordnete an, alle Regierungsbehörden sollten künftig rund um die Uhr arbeiten. Bislang sind in Südkorea mehr als 5100 Menschen infiziert, 28 Menschen starben. Mehr als die Hälfte der Infektionsfälle stehen im Zusammenhang mit der Shincheonji-Sekte. Bis Dienstag wurden laut Behörden mehr als 190.000 Anhänger der Religionsgemeinschaft auf das Virus gestestet.

Die chinesischen Behörden bestätigten am Dienstag 13 Fälle, in denen chinesische Staatsbürger bei der Einreise in ihre Heimat mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren. Unter ihnen waren demnach acht Chinesen, die in der norditalienischen Lombardei im selben Restaurant arbeiteten. Vier weitere Infizierte kehrten demnach aus dem Iran nach China zurück, ein weiterer reiste aus Großbritannien über Hongkong nach China.

Unterdessen meldete China am Dienstag mit 125 neuen Fällen die niedrigste Zahl neuer Infektionen seit sechs Wochen. Nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission erhöhte sich die Zahl der Todesfälle um 31. Landesweit starben damit bislang 2943 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Insgesamt wurden in China mehr als 80.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Im Iran breitet sich das Coronavirus weiter aus. Die iranischen Gesundheitsbehörden meldeten elf neue Todesfälle sowie mehr als 830 Neuinfektionen - dies ist wie in Südkorea der höchste Neuanstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Epidemie. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle im Iran stieg auf mehr als 2300, 77 Menschen starben bislang.

Ein deutsches Kreuzfahrtschiff mit rund 1200 Passagieren an Bord lag derweil wegen Coronavirus-Verdachts in einem norwegischen Hafen fest. Der Gesundheitszustand von zwei deutschen Gästen an Bord werde vorsorglich überprüft, teilte die Reederei Aida Cruises in Rostock mit. Sie sollen vor rund einer Woche Kontakt mit einer Person gehabt haben, die mit dem Coronavirus infiziert ist.

Beide Passagiere wurden zunächst in ihrer Kabine unter Quarantäne gestellt, nach Angaben von Ärzten zeigten sie keine Symptome und wirkten gesund. Die Testergebnisse sollten am Dienstagnachmittag vorliegen. Die Aida Aura hätte am Montag aus dem Hafen von Haugesund im Südwesten von Norwegen auslaufen sollen.

Aufgrund der Coronavirus-Epidemie bleiben in Frankreich nach Angaben von Bildungsminister Jean-Michel Blanquer rund 120 Schulen mit 44.000 Schülern geschlossen. Besonders betroffen ist das Département Oise nördlich von Paris. Dort waren die meisten der bisher bestätigten 191 Infektionsfälle aufgetreten. Bisher starben in Frankreich drei Menschen an Covid-19.

Die USA stellten eine mögliche Behandlung in Aussicht. Vizepräsident Mike Pence verkündete, die Behandlung könne "bis zum Sommer oder frühen Herbst" verfügbar sein. Ein Impfstoff könne frühestens gegen Ende des Jahres zur Verfügung stehen.

Weltweit infizierten sich bislang mehr als 90.000 Menschen in mehr als 70 Ländern mit dem Virus, mehr als 3100 Menschen starben an Covid-19.