Sörgel kritisiert Dopingkontrollsystem bei der Fußball-WM

Sörgel kritisiert Dopingkontrollsystem bei der Fußball-WM

Der Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel hat das Dopingkontrollsystem bei der am Donnerstag beginnenden Fußball-WM in Russland kritisiert. Dass die FIFA alleine verantwortlich sei, sei ein "unerträglicher Zustand", sagte der Pharmakologe im SID-Interview.
Der Weltverband hat in Russland die alleinige Kontrolle über das Proben- und Ergebnismanagement, den Umgang mit positiven Proben. "Der Sport kontrolliert sich selbst. Das ist genau das, was wir bemängeln", hatte bereits Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA), erklärt: "Wenn der Sport sich selbst kontrolliert, gibt es zu viele Interessenkonflikte."
Die FIFA verwies auf Nachfrage, dass es "Standard" sei, dass der Verband die Verantwortung für das System habe. Zudem würden die Analysen der Proben in einem von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditierten Labor durchgeführt. 
Mit positiven Proben rechnet Sörgel bei der anstehenden Endrunde nicht. Die meisten Spieler dürften "clean sein", sagte Sörgel: "Das Vertuschen während der Großereignisse funktioniert mittlerweile ganz gut und im Fußball besonders. Ziemlich 'belastet' ist der Fußball aber außerhalb der großen Wettbewerbe."
Der FIFA stellt Sörgel ohnehin kein gutes Zeugnis aus. "Es hat in den vergangenen Jahren viele Diskussionen um die FIFA gegeben, und jeder weiß, welche Machenschaften dort laufen. Wer das alles überlebt, der wird das Thema Doping doch leicht wegdrücken können", sagte er: "In bewährter Weise: Wer Ethik will, fliegt raus, wer Doping verhindern will, ebenso. Und das geht, weil die FIFA auch bei dieser WM alles wieder selbst beherrscht – ein unerträglicher Zustand."