Ryanair will Mehrheit an Niki-Nachfolgerin Laudamotion übernehmen

Maschine von Laudamotion

Überraschung in der Luftfahrtbranche: Der irische Billigflieger Ryanair will die Mehrheit an der Niki-Nachfolgerin Laudamotion des früheren Rennfahrers Niki Lauda übernehmen. Beide Unternehmen vereinbarten den Verkauf von 24,9 Prozent von Laudamotion an Ryanair, dieser Anteil soll auf 75 Prozent aufgestockt werden, wenn die EU-Wettbewerbsbehörden grünes Licht geben. Der Deal hat einen Umfang von "unter 50 Millionen Euro", wie Ryanair am Dienstag mitteilte.

Um Niki, einst österreichische Tochterfirma der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin, hatte es ein langwieriges Tauziehen gegeben. Ursprünglich wollte die Lufthansa zuschlagen, sah dann aber wegen Wettbewerbsbedenken der EU davon ab. Ende 2017 erhielt dann die britisch-spanische IAG-Gruppe den Zuschlag, doch das Insolvenzverfahren wurde wenig später neu aufgerollt. Im Januar kam dann der Airline-Gründer Lauda zum Zug und benannte das Unternehmen in Laudamotion um.

Nun steigen die Iren ein: Laudamotion werde "von der Partnerschaft stark profitieren", erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Die Airline bekomme Zugang zur Ryanair-Flotte und den finanziellen Ressourcen des Unternehmens. Laudamotion könne damit "rascher wachsen", erklärte der Firmenchef. Der Unternehmer Lauda werde weiterhin den Vorstand leiten und die Umsetzung seiner Strategie überwachen.

"Ein neuer Player in der Airline-Welt ist geboren", erklärte Lauda zu dem Deal, er sei "begeistert" von dieser Partnerschaft. Auf einem Presseflug nach Düsseldorf sagte er laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA, er sei sich angesichts der Stärke von Ryanair kürzlich sehr schnell einig geworden mit O'Leary. Seine Entscheidung zum Verkauf von Laudamotion sei "in der zunehmenden Komplexität im Geschäft von Low-Cost-Betreibern zu suchen".

Ryanair würde nach eigenen Angaben weniger als 50 Millionen Euro für den 75-Prozent-Anteil an Laudamotion zahlen. Weitere 50 Millionen Euro werde Ryanair im ersten Jahr für laufende Kosten übernehmen. Beide Seiten rechneten damit, schon im "dritten Jahr der Partnerschaft profitabel operieren zu können".

Niki Lauda hatte Medienberichten zufolge Anfang des Jahres knapp 47 Millionen Euro für Niki gezahlt. Die ersten Flüge von Laudamotion sind für Ende März aus Deutschland und ab Juni aus Österreich zu Zielen im Mittelmeer geplant.

Ryanair will Laudamotion nach eigenen Angaben sechs Flugzeuge für den Sommerflugplan zur Verfügung stellen, um das geplante Flugprogramm mit 21 Maschinen sicherzustellen. Geplant ist danach ein Wachstum der Flotte auf 30 Flugzeuge.