Ryanair sagt ordnungsgemäße Entschädigung von Passagieren zu

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair will ihre Kunden wegen der derzeitigen massiven Flugstreichungen nun offenbar nach geltenden Regeln entschädigen

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair will ihre Kunden wegen der derzeitigen massiven Flugstreichungen nun offenbar nach geltenden Regeln entschädigen. Ryanair werde eine "Reihe von Maßnahmen" ergreifen, die die britische Behörde für zivile Luftfahrt (CAA) verlangt habe, erklärte das Unternehmen am Freitag. Damit werde sichergestellt, "dass alle von einer Flugstreichung betroffenen Kunden ihre Rechte hinsichtlich Erstattung, Umbuchung auf andere Flüge und Übernahme von damit zusammenhängenden Kosten kennen".

Allen betroffenen Kunden werde in einer E-Mail erklärt, wie sie ihre Ansprüche wegen eines Flugausfalls geltend machen können. Die Erklärungen wurden auch auf der Ryanair-Website veröffentlicht. Damit kam Ryanair einer EU-Bestimmung nach.

"Es scheint, dass Ryanair kapituliert hat", erklärte die CAA in London. Sie werde die neuen Vorschläge des Unternehmens nun genau prüfen und "die Lage überwachen, damit die Passagiere bekommen, worauf sie in Wirklichkeit ein Recht haben".

Kurz zuvor war ein Ultimatum der CAA an Ryanair ausgelaufen. Als Vorstufe zu einem juristischen Verfahren hatte die Behörde am Mittwoch ein Verfahren gegen die Fluggesellschaft eingeleitet, weil diese ihre Kunden "in die Irre geführt" habe, indem sie ihnen unzutreffende Auskünfte über ihre Fluggastrechte erteilt habe.

Ryanair hatte vor zwei Wochen überraschend bekanntgegeben, dass bis Ende Oktober bis zu 2100 Flüge ausfallen und damit empörte Reaktionen von Kunden und Kritik der EU-Kommission in Brüssel ausgelöst. Als Grund gab die Fluggesellschaft "Schwierigkeiten mit der Planung des Jahresurlaubs" der Piloten für September und Oktober an.

Am Mittwoch erklärte die Billig-Airline, bis März werde es rund 18.000 weitere Flugausfälle gebe. Ab November sollen davon bis zu 400.000 Kunden betroffen sein. Im Winterflugplan werden dem Unternehmen zufolge 25 Flugzeuge weniger eingesetzt als bislang vorgesehen. Ryanair wies wiederholt Berichte zurück, wonach das Unternehmen mit Pilotenmangel kämpft.