Ryanair-Piloten wollen europaweit mit einer Stimme sprechen

Die Piloten von Ryanair wollen künftig länderübergreifend mit der irischen Billigfluggesellschaft um die Ausgestaltung ihrer Arbeitsplätze ringen. Wie die Vereinigung Cockpit mitteilte, gründeten europäische Pilotenverbände dafür eine neue Tarifkommission

Die Piloten von Ryanair wollen künftig länderübergreifend mit der irischen Billigfluggesellschaft um die Ausgestaltung ihrer Arbeitsplätze verhandeln. Wie die Vereinigung Cockpit am Montag mitteilte, gründeten europäische Pilotenverbände dafür eine neue Tarifkommission. Damit sei es nun erstmals möglich, Regelungen, die alle Ryanair-Piloten in Europa betreffen, "einheitlich zu verhandeln".

"Die Piloten bei Ryanair sprechen nun europaweit mit einer Stimme, um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze gemeinsam zu gestalten", erklärte Cockpit-Präsident Ilja Schulz. Dies sei "ein historischer Moment", nicht nur für die Ryanair-Piloten. "Nie zuvor hat es einen so geschlossenen und Grenzen überschreitenden Zusammenschluss von Arbeitnehmern gegeben."

Die Tarifkommission wurde demnach einstimmig bei der Jahreskonferenz des Weltpilotenverbandes IFALPA am Wochenende in Luxemburg gegründet. Künftig soll die "Ryanair Transnational Pilot Group" (RTPG) nicht nur Informationen sammeln, sondern auch die Tarifverhandlungen bei Ryanair auf europäischer Ebene koordinieren. Dabei soll sie Cockpit zufolge auch die Forderung nach direkten Anstellungsverträgen in den Fokus rücken.

Ryanair hatte zuletzt in mehreren Ländern Pilotengewerkschaften offiziell anerkannt und sich damit von einer jahrzehntelangen Unternehmenspraxis verabschiedet. Zuvor hatte es bei der Billigfluggesellschaft heftig rumort. Das Unternehmen musste Ende vergangenen Jahres tausende Flüge streichen, unter anderem weil die Urlaubsplanung bei den Piloten nicht geklappt hatte.