RWE: Die Zukunft ist gesichert

Maximilian Völkl
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Der Versorger RWE dürfte einer der Gewinner der anstehenden Großen Koalition in Deutschland werden. Die Kohlekraftwerke des DAX-Konzerns werden voraussichtlich länger laufen als ursprünglich befürchtet. Nach dem Abverkauf der vergangenen Wochen bekommt auch die Aktie neue Impulse.

Die Wirtschaftsforschungsinstitute DIW und RWI sind zur Einschätzung gekommen, dass die Versorger zu den GroKo-Gewinnern gehören werden. „Mit der Verabschiedung vom Klimaschutzziel für das Jahr 2020 ist ein schneller Kohleausstieg vom Tisch“, so Manuel Frondel vom RWI zur WAZ. „Bei einer Jamaika-Koalition wäre das sicher anders ausgefallen.“

„Vor allem der verschobene Kohleausstieg schont die Betreiber konventioneller Kohlekraftwerke“, kommt Claudia Kemfert vom DIW zu einem ähnlichen Urteil. Die Versorger dürften „zusätzliche Gewinne“ einfahren. Kritisch merkt Kemfert an: „So fehlt auch Planungssicherheit für Investoren, die in die künftige Energiewende investieren wollen.“ Neben den konventionellen Versorgern sollten aber auch große Erzeuger von Öko-Energie wie E.on oder die RWE-Tochter Innogy profitieren, da die Ausbaumengen angehoben werden.

Attraktive Bewertung

Als Garant für Versorgungssicherheit hat sich RWE gut positioniert für die neue Energiewelt. Die Kraftwerke des Konzerns dürften noch lange benötigt werden. Inzwischen hat sich auch die Tochter Innogy wieder stabilisiert, deren Gewinnwarnung zuletzt auch die Aktie der Mutter stark belastet hatte. Schwung verleiht zudem eine aktuelle Studie von Goldman Sachs, in der RWE mit „Conviction Buy“ und einem Kursziel von 22,70 Euro eingestuft wird. Auch die Dividendenrendite von 9,4 Prozent macht die Aktie attraktiv. Anleger können bei einem KGV von 10 wieder zugreifen.