RWE: Rote Laterne im DAX – die Risiken bleiben hoch

Maximilian Völkl
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Die RWE-Aktie hat seit dem Hoch in der vergangenen Woche rund zehn Prozent verloren. Nach der Kursrallye im bisherigen Jahresverlauf ist das kein Beinbruch. Die Ursache: Durch das Nein von Engie zu einer möglichen Übernahme von Innogy scheint die Fantasie aus dem Versorgersektor etwas raus zu sein. Die Commerzbank sieht das kritisch.

Nach dem deutlichen Anstieg in den vergangenen Monaten seien die deutschen Versorger inzwischen höher bewertet als die Wettbewerber, so Analystin Tanja Markloff. Dies hänge aber insbesondere mit Übernahmespekulationen zusammen. Skeptisch zeigt sie sich vor allem für RWE. Das aktuelle Kursniveau liege inzwischen über dem fundamentalen Wert des Konzerns.

Ein weiteres Problem: Die Risiken für das emissionsintensive Geschäft von RWE nehmen zu. Zum einen drohe eine Verschärfung des EU-Emissionsrechtehandels, zum anderen könnten nach der Bundestagswahl im September auch in Deutschland Maßnahmen gegen die CO2-Emissionen ergriffen werden. Markloff hat RWE entsprechend auf „Reduce“ abgestuft und das Kursziel auf 17,70 Euro gesenkt.

Es bleibt spannend

Die Übernahmefantasie bleibt im Markt. Finanzinvestoren dürften nach wie vor an deutschen Versorgern interessiert sein – auch wenn RWE hier wohl nicht ganz vorne auf dem Zettel steht. Auch die Angst vor der Bundestagswahl erscheint übertrieben, eine rot-grüne Regierung, die verstärkt gegen die Kohlekraftwerke vorgehen könnte, wird immer unwahrscheinlicher. Wer auf steigende Strompreise und einen möglichen Kapazitätsmarkt setzt, kann den Rücksetzer zum Einstieg nutzen. Der Stopp des AKTIONÄR bei 15,00 Euro ist noch deutlich entfernt.