RWE und Innogy: Tiefer Fall – so geht es 2018 weiter

Maximilian Völkl
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Die Talfahrt der Versorger hat sich am Donnerstag fortgesetzt. Nach der Gewinnwarnung sind die Papiere von Innogy erneut unter Druck geraten und zwischenzeitlich sogar unter die 32-Euro-Marke gefallen. Die Mutter RWE wurde dabei nach einem ersten Erholungsversuch erneut in Sippenhaft genommen.

Seit der Gewinnwarnung ist der Börsenwert von Innogy somit um etwas mehr als vier Milliarden Euro auf 18 Milliarden Euro gesunken. Bei RWE hat die Marktkapitalisierung um circa zwei Milliarden Euro auf 10,5 Milliarden Euro nachgegeben. Das Problem beim DAX-Konzern: Alleine die 77-Prozent-Beteiligung an Innogy hat etwa drei Milliarden Euro an Wert verloren – und da das Paket alleine mehr Wert ist als der gesamte RWE-Konzern, schlagen diese Verluste naturgemäß voll auf den Kurs durch.

Inzwischen haben sich auch zahlreiche Experten mit der Entwicklung bei den Versorgern beschäftigt. Während das Votum für Innogy mehrheitlich neutral ausfällt, ist man sich nicht einig, wie es bei RWE im kommenden Jahr weitergeht. Goldman Sachs beispielsweise belässt die Papiere weiter auf der „Conviction Buy List“ und setzt weiter auf die Übernahmefantasie bei Innogy. Die Société Générale dagegen hat den DAX-Titel auf „Hold“ abgestuft – das Risiko sei nun größer, wenn sogar die „stabile Tochter“ Innogy eine derart hohe Volatilität zeige.

Trendwende abwarten

Angesichts der leichten Gewinnwarnung erscheint der Abverkauf bei Innogy übertrieben. Allerdings machen sich Sorgen breit, dass der Konzern auch künftig seine Wachstumsziele nicht erreichen kann. Neueinsteiger sollten ohnehin abwarten, bis sich die Situation beruhigt hat und eine Trendwende zu erkennen ist. Wer investiert ist, beachtet den Stopp bei 30 Euro. Aktiv sollten Anleger aber nicht verkaufen. Aufgrund des wichtigen regulierten Netzgeschäfts ist ein Großteil der Gewinne garantiert, die hohe Dividendenrendite von inzwischen gut fünf Prozent sichert den Kurs ab. Hinzu kommt ein Schuss Übernahmefantasie. Die Entwicklung bei RWE sollten Anleger vorerst von der Seitenlinie betrachten.