RWE-Aktionäre sollen von Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer profitieren

Die RWE-Zentrale in Essen

Der Energiekonzern RWE will seinen Aktionären eine Sonderdividende auszahlen, um sie an der Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer teilhaben zu lassen. Der Vorstand plane die Ausschüttung einer Einmalzahlung von einem Euro je Aktie an die Anteilseigner, teilte das Unternehmen am Freitag in Essen mit. Hintergrund dieser Überlegungen sei die Mitteilung des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Juni, wonach die sogenannte Brennelementesteuer verfassungswidrig war und rückwirkend für nichtig erklärt wurde.

Die Rückerstattung der Steuer spült rund 1,7 Milliarden Euro in die Unternehmenskasse. "Wir wissen, dass wir unseren Anteilseignern mit der zweimaligen Aussetzung der Dividende für Stammaktien in den letzten beiden Jahren viel zugemutet haben", erklärte Unternehmenschef Rolf Martin Schmitz nach einer Sitzung des Aufsichtsrats. Es sei "fair und angemessen", dass RWE nun einen Teil der Steuerrückerstattung an seine Aktionäre ausschütte.

Die Ausschüttung der Sonderdividende soll laut RWE der Hauptversammlung Ende April kommenden Jahres vorgeschlagen werden. Sie soll zusätzlich zu der für 2017 geplanten Dividende in Höhe von 50 Cent erfolgen.

Bei insgesamt 614,7 Millionen RWE-Aktien beläuft sich die geplante Sonderausschüttung auf rund 615 Millionen Euro. Den Großteil der Steuerrückerstattung will RWE "zur Stärkung der Finanzkraft" von RWE verwenden, wie Finanzvorstand Markus Krebber erklärte.

Die Steuer wurde seit Anfang 2011 erhoben und war bis Ende 2016 begrenzt. Der Bund nahm damit insgesamt mehr als sechs Milliarden Euro ein, die er nun zurückzahlen muss.