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Russlands Wirtschaft steht wegen der Verluste in der Ukraine und Massenabwanderungen ein Rekordmangel an Arbeitskräften bevor

Viele junge Arbeitskräfte werden in der russischen Armee eingesetzt.    - Copyright: ALEXANDER NEMENOV/AFP via Getty Images
Viele junge Arbeitskräfte werden in der russischen Armee eingesetzt. - Copyright: ALEXANDER NEMENOV/AFP via Getty Images

Die russische Wirtschaft kämpft mit einem Rekordmangel an Arbeitskräften, da der Krieg in der Ukraine den Druck auf diese erhöht. Laut einer Umfrage der russischen Zentralbank ist die Verfügbarkeit von Arbeitskräften auf einen Wert von minus 18 gesunken, der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1998, wie die russische Tageszeitung "Kommersant" berichtet.

Die am stärksten betroffenen Sektoren sind Fertigung, Wasserversorgung, Bergbau, Lagerung und Transport. Der Autoverkauf, der Großhandel und die Dienstleistungen waren hingegen am wenigsten betroffen.

Verluste und Abwanderung durch Krieg

Mehrere Faktoren tragen zu der Situation bei. Russlands Bevölkerung schrumpft seit Jahren. Doch der Krieg gegen die Ukraine hat den Arbeitskräften einen großen Schock versetzt. Das Militär hat im vergangenen Jahr 300.000 Soldaten mobilisiert und plant, dieses Jahr Hunderttausende mehr zu einzusetzen.

Die Sanktionen gegen Russland wegen seiner Aggression gegen die Ukraine haben den Rückhalt von Präsident Wladimir Putin eher gestärkt, sagen Forscher.
Die Sanktionen gegen Russland wegen seiner Aggression gegen die Ukraine haben den Rückhalt von Präsident Wladimir Putin eher gestärkt, sagen Forscher.

Etwa 200.000 russische Soldaten wurden bei Kämpfen in der Ukraine getötet oder verwundet, wobei einige Schätzungen von 500 Soldaten pro Tag ausgehen. Inzwischen könnten fast eine Million Russen das Land aus verschiedenen Gründen verlassen haben, sei es, um der militärischen Mobilisierung oder den westlichen Sanktionen zu entkommen.

Die 14.000 von der russischen Zentralbank befragten Arbeitgeber waren optimistisch in Bezug auf eine eventuelle Trendwende und gingen davon aus, dass saisonale Trends in den nächsten Monaten Arbeitnehmer wieder anziehen werden. Ein Berater der finnischen Zentralbank sagte dagegen, Russland erlebe eine „umgekehrte Industrialisierung“,  da die westlichen Sanktionen gegen Russland und der anhaltende Krieg gegen die Ukraine das langfristige Wirtschaftswachstum belasten.

Dieser Artikel wurde von Klemens Handke aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.