Russlands EU-Botschafter: "Es gab keinen Giftgasangriff in Duma"

In Brüssel haben wir mit Russlands Botschafter bei der EU, Wladimir Tschischow, über den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff im syrischen Duma gesprochen. Er sagt: Es gab keinen Angriff.

Andrei Beketow, euronews

Herr Botschafter, danke, dass Sie gekommen sind. Die ganze Welt, außer vielleicht Russland, ist schockiert von den Bildern aus Duma, wo bei einem mutmaßlichen Giftgasangriff zahlreiche Menschen ummgekommen sind. Welchen Eindruck haben Sie und andere russische Vertreter von diesen Videos?

Wladimir Tschischow, Russlands Botschafter bei der EU

Ich will Sie erst einmal korrigieren: Russland ist ebenfalls geschockt, und zwar von einer weitere Provokation mittels einer angeblichen Chemieattacke in Duma, Ost-Ghuta, in der Nähe von Damaskus.

Russische Militärexperten haben die Region besucht, sie liefen durch die Straßen, sind in die Häuser gegangen, haben mit Ärzten vor Ort gesprochen und das einzige funktionierende Krankenhaus in Duma besucht, einschließlich des Kellers, wo sich angeblich die Leichen stapeln.

Nicht eine einzige Leiche war da. Und keine einzige Person war gekommen, um sich nach dieser angeblichen Attacke behandeln zu lassen.

euronews

Aber wir haben doch die Videos gesehen.

Wladimir Tschischow

Es gab keinen Chemiewaffenangriff in Duma, ganz einfach.

euronews

Was haben wir denn dann gesehen?

Wladimir Tschischow

Wir haben erneut gestellte Szenen gesehen. Das sind Schauspieler, speziell ausgebildet, und man darf dreimal raten, von wem. Darunter diese sogenannten Weißhelme, die ja schon dabei erwischt wurden, wie sie Videos stellen.

euronews

Nun könnte es einen heftigen Schlag der USA gegen syrische Ziele geben als Antwort auf diese Greueltat...

Wladimir Tschischow

...als Antwort auf etwas, das nicht passiert ist!

euronews

Dennoch: Bereitet sich Russland auf solch einen Schlag vor, bei dem ja auch Russen verletzt oder getötet werden könnten?

Wladimir Tschischow

Russland hat Vertreter der USA gewarnt, öffentlich als auch auf anderem Wege. Wir haben sie vor den schwerwiegenden Folgen gewarnt, die ein solcher Schlag nach sich ziehen könnte, bei den, absichtlich oder nicht, russische Bürger getroffen werden.