Russlands Außenminister zur US-Anklage gegen 13 Russen: Ohne Fakten nur "Geschwätz"

Russlands Außenminister Sergei Lawrow hat die Anschuldigungen des US-Sonderermittler Robert Mueller gegen 13 Russen wegen Wahleinmischung als "Schwindel" abgetan. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte, er werde keine weiteren Kommentare abgeben, bis er "Fakten" gesehen habe.

Mueller und sein Team werfen den 13 Russen Agententätigkeit für eine fremde Macht, Verschwörung gegen die Regierung und das Wahlsystem der USA vor, den Einsatz falscher Identitäten, Finanzbetrug und diverse andere Vergehen.

Sergei Lawrow, russischer Außenminister:

"Wissen Sie, ich habe keine Antwort. Man kann alles Mögliche veröffentlichen, und diese Anklageschriften werden immer mehr, die Aussagen genauso. Also, bis wir die Fakten sehen, ist alles andere nur Geschwätz, tut mir leid."

"INFORMATIONSKRIEG"

Laut Muellers Anklage soll ein alter Freund von Russlands Präsident Wladimir Putin, Jewgeni Wiktorowitsch Prigoschin, von 2014 an über diverse Firmen und Konten Geld für einen "Informationskrieg" gegen die USA bereitgestellt haben. Insgesamt flossen demnach monatlich 1,25 Millionen Dollar (eine Million Euro) in das Unternehmen. Die sogenannte „Troll-Fabrik“ in St. Petersburg mit mehreren hundert Mitarbeitern habe ein Ziel herauskristallisiert: Donald Trump sollte die Wahl im November 2016 gewinnen, ein Sieg von Hillary Clinton musste unbedingt verhindert werden.

Trump will von verdeckter Wahlhilfe nichts wissen. Sein Tweet dazu:

"Russland hat seine Anti-USA-Kampagne im Jahr 2014 gestartet, lange bevor ich angekündigt habe, dass ich als Präsident kandidieren würde. Die Ergebnisse der Wahlen wurden nicht beeinflusst. Die Trump-Wahlkämpfer haben nichts falsch gemacht - keine geheimen Absprachen!"

Laut Mueller sollten besonders US-Bundesstaaten, die keiner der beiden großen US-Parteien klar zuzuordnen waren, von Russland aus gezielt über Social-Media-Kampagnen im Internet „bearbeitet“ werden, bei YouTube, Facebook, Instagram und Twitter - Florida zum Beispiel. Donald Trump konnte den wichtigen "Purple State" bei der Wahl 2016 dann tatsächlich gewinnen.

su mit dpa