Russlands Außenminister Lawrow akzeptiert Einladung nach Pjöngjang

Treffen der Außenministerb Nordkoreas und Russlands

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat eine Einladung seines nordkoreanischen Amtskollegen Ri Yong Ho zu einem Besuch in Pjöngjang angenommen. Bei einem seltenen Treffen der beiden Außenminister am Dienstag in Moskau forderte Lawrow zudem "hieb- und stichfeste Garantien" für Nordkoreas Sicherheit im Falle einer atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel. Russland begrüße ein Ende der gegenseitigen Drohungen zwischen den beiden Koreas und zwischen Nordkorea und den USA.

Russland liege immer daran, ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis mit Nordkorea zu entwickeln, sagte Lawrow. Auch Nordkoreas Ri drückte seine Hoffnung nach einer "Weiterentwicklung unserer Beziehungen" aus. Die Minister hätten "einigermaßen ausführlich" über die nukleare Situation auf der koreanischen Halbinsel gesprochen, erklärte Lawrow gegenüber Journalisten.

Moskau hat zwar UN-Resolutionen gegen Pjöngjang wegen dessen Raketentests befürwortet. Doch unterhält Russland ein verhältnismäßig gute Beziehungen zu Nordkorea, mit dem es eine kleine gemeinsame Grenze hat. Moskau versorgt Pjöngjang zudem mit Lebensmittelhilfen und will das nach Aussagen Lawrows auch weiterhin tun. Etwa 35.000 Nordkoreaner arbeiten im Osten Russlands, hauptsächliche als Holzfäller, in der Landwirtschaft oder auf dem Bau.

Korea-Experte Alexander Worontsow sieht Ris Besuch in Moskau auch als Vorbereitung für die kommenden Gipfeltreffen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Es sei wichtig für Pjöngjang, sich der Unterstützung Russlands zu versichern, um sich den Rücken freizuhalten.

Kim soll in den kommenden Wochen sowohl Südkoreas Regierungschef Moon Jae In als auch US-Präsident Donald Trump zu Gesprächen treffen. Kim sprach am Montag nach Angaben nordkoreanischer Staatsmedien erstmals offiziell von der Aussicht auf einen Dialog mit den USA.

Zuletzt waren Zweifel daran aufgekommen, dass der Gipfel tatsächlich stattfinden wird, weil die Führung in Pjöngjang nach der Einladung an Trump wochenlang geschwiegen hatte. Kims Anmerkungen beendeten dieses Schweigen, auch wenn er sich nicht explizit auf das Treffen mit dem US-Präsidenten bezog. Ein Datum oder ein Ort für den Gipfel gibt es bisher nicht. Trump hatte zuletzt von einem Termin im "Mai oder Anfang Juni" gesprochen.