Russland will notleidende Oligarchen unterstützen

Neue US-Sanktionen drücken die Aktien von Firmen russischer Milliardäre. Nun wollen Politiker den Oligarchen unter die Arme greifen.


Die am Freitag verkündeten US-Sanktionen gegen russische Putin-nahe Unternehmen und Geschäftsleute rufen nun die russische Politik auf den Plan. So versprach der stellvertretende Ministerpräsident des Landes, Arkadi Dworkowitsch, die von den Sanktionen betroffenen Unternehmen zu unterstützten.

Die „führenden Unternehmen“ Russlands seien der Regierung sehr wichtig, sagte der Vize-Premier der Nachrichtenagentur Tass. So würden „einige Maßnahmen“, die den notleidenden Firmen helfen sollen, bereits diskutiert; auch treffe er sich wöchentlich mit den Wirtschaftsvertretern. „Es wird auf jeden Fall eine Unterstützung geben“, so Dworkowitsch.

Auch der Sprecher des russischen Parlaments (Duma), Wjacheslaw Wolodin, sprach sich für Hilfsmaßnahmen für die Unternehmen aus. Die Regierung der USA habe durch die Sanktionen internationale Handelsprinzipien verletzt, was nicht hinnehmbar sei, sagte Wolodin am Montag.


„In einer solchen Situation müssen die Geschäftsleute unterstützt werden“. Die US-Sanktionen gegen russische Unternehmen seien ein Beweis dafür, dass man Russland wirtschaftlich schwächen wolle. Dass die Sanktionen überhaupt gegen sie verhängt würden, würde nur den Erfolg der Unternehmer bestätigen, so Wolodin.

Auf der „schwarzen Liste“ der US-Regierung stehen eine Reihe russischer Milliardäre. Darunter der Chef des größten russischen Aluminiumkonzerns, Oleg Deripaska (Vermögen laut Forbes 5,3 Milliarden US-Dollar). Ebenso Andrey Kostin, Chef von VTB, einer der wichtigsten russischen Banken und Viktor Vekselberg (Vermögen: 13,7 Milliarden Dollar), Inhaber von Renova Group, die sich an Öl- und Aluminiumfirmen Russlands beteiligt.

Auch Gazprom-Chef Aleksej Miller und der Gazprombank-Chef Andrej Akimow sowie Mitglieder der Oligarchenfamilie Rotenberg stehen auf der Liste, die insgesamt 24 Einzelpersonen und 15 Firmen umfasst. Ihnen allen wird Manipulation des US-Wahlkampfs 2016 vorgeworfen, aus dem der jetzige US-Präsident Donald Trump als Sieger hervorging.


Am Montag haben die Aktien des russischen Aluminiumriesen UC Rusal, der dem von den Sanktionen betroffenen Milliardär Oleg Deripaska gehört, an der Börse Hongkong bis zu 50 Prozent verloren. In Frankfurt büßten die Papiere bis Mittag gut 30 Prozent ein. Das Unternehmen hat die Investoren vor finanziellen Nachteilen durch die neuen Sanktionen gewarnt und riet ihnen, beim Handel mit Rusal-Papieren äußerst vorsichtig vorzugehen.

Auch die Aktien der Holding En+, an der Deripaska beteiligt ist, haben gelitten. So wurden die Papiere an der Londoner Börse vom Handel ausgesetzt, nachdem auch En+ die Investoren vor den Folgen der Sanktionen gegen die USA gewarnt hat.