Russland will noch weniger Gas nach Deutschland liefern

Russland verknappt die Gaslieferungen nach Europa weiter. Gazprom kündigte an, die maximale Menge, die durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland gepumpt wird, auf 67 Millionen Kubikmeter täglich zu reduzieren. Bereits am Dienstag hatte der staatliche Energiekonzern bekanntgegeben, nur noch bis zu 100 Millionen Kubikmeter zu liefern. Ursprünglich war ein Tagesvolumen von 167 Millionen Kubikmeter Gas geplant.

Gazprom begründete den Schritt mit Verzögerungen bei Reparaturarbeiten durch Siemens. Siemens Energy bestätigte, dass Gasturbinen, die zur Reparatur in Kanada sind, wegen der Sanktionen derzeit nicht nach Russland zurückgeliefert werden können.

Habeck: Russland will verunsichern

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck nannte die Begründung der russischen Seite vorgeschoben. Der Kreml wolle verunsichern und die Preise hochtreiben. Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei gewährleistet, so Habeck. Man könne Gas beschaffen, wenn auch zu hohen Preisen. Er ermahnte die Bürger:innen erneut dazu, Energie zu sparen.

Auch Italien bekommt weniger Gas

Auch der italienische Gaskonzern Eni erhält weniger Gas von Gazprom. Der russische Konzern kündigte an, rund 15 Prozent weniger durch eine weitere Pipeline zu pumpen. Gründe nannte er nicht.

Für Deutschland ist Nord Stream 1 die Hauptversorgungsleitung mit russischem Gas. Zuvor war schon die Leitung Jamal-Europa nicht mehr befüllt worden. Reduziert ist auch die Durchleitung von russischem Gas durch die Ukraine, die deutlich unter Plan liegt. Bereits durch die bisherigen Einschränkungen hatten sich die Energiepreise erhöht, weil insgesamt weniger Gas von Russland nach Europa fließt. Die fertige Gaspipeline Nord Stream 2 ist wegen des russischen Kriegs in der Ukraine bisher nicht in Betrieb genommen worden.

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