Russland verliert Kontakt zu angolanischem Telekommunikationssatelliten

Start der Zenit-Rakete mit dem Satelliten Angosat-1

Russland hat den Kontakt zu einem angolanischen Telekommunikationssatelliten verloren, der erst am Dienstag ins All geschickt wurde. Es gebe "vorübergehend" keinen Kontakt zu dem Satelliten Angosat-1, sagte ein Vertreter der russischen Raumfahrtbehörde am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben die Fernmessung verloren." Er hoffe, der Kontakt könne wieder hergestellt werden.

Ein Verlust des Satelliten wäre ein weiterer Rückschlag für den russischen Raumfahrtsektor, nachdem im November der Kontakt zu einem Wettersatelliten abgebrochen war. Auch in den Jahren 2015 und 2016 hatte die russische Raumfahrtbehörde mehrere Pannen zu verzeichnen, darunter den Verlust eines Progress-Raumfrachters auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS, den gescheiterten Start einer Proton-Trägerrakete sowie technische Mängel an Raketentriebwerken.

Der erste angolanische Telekommunikationssatellit war am Dienstagabend von einer Zenit-Trägerrakete ins All gebracht worden. Angosat-1 soll die Satellitenkommunikation, den Internetzugang und das Radio- und Fernsehangebot im südwestafrikanischen Angola verbessern.

Das 280 Millionen Dollar (236 Millionen Euro) teure Projekt wurde mit einem Kredit russischer Staatsbanken finanziert. Es umfasst den Satelliten, dessen Start sowie die Infrastruktur am Boden.

Rund 50 angolanische Ingenieure wurden im Zuge des Programms ausgebildet, um in einer Kontrollstation nahe der angolanischen Hauptstadt Luanda die Funktionsfähigkeit des Satelliten zu überwachen. An der Ausbildung beteiligten sich neben Russland unter anderen auch Brasilien, China und Japan.

Die Trägerrakete Zenit ist ukrainischer Bauart. Das Projekt ist damit eines der seltenen Beispiele für ukrainisch-russische Zusammenarbeit seit der russischen Annexion der Krim-Halbinsel 2014.