Russland verbietet Japan Fischfang vor den Kurileninseln

WLADIWOSTOK (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs weitet sich der Konflikt zwischen Russland und Japan immer weiter aus. Russland verbietet japanischen Schiffen den Fischfang vor den zwischen beiden Ländern umstrittenen Kurileninseln. "Wir haben ihr Recht schon eingeschränkt - mit ihrer Hilfe. Sie haben sich geweigert, für die Fangquoten vor den Kurileninseln zu zahlen, entsprechend wird ihnen das Recht entzogen", sagte der für den Fernen Osten zuständige russische Vizeregierungschef Juri Trutnjew laut der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag bei einem Besuch in Wladiwostok.

Die Kurilen sind eine fischreiche Inselgruppe im Pazifik, die die Sowjetunion am Ende des Zweiten Weltkriegs von Japan erobert hat. Doch beide Seiten streiten seither über die Zugehörigkeit der vier südlichsten Kurileninseln, weshalb es bis heute keinen Friedensvertrag gibt. In den letzten Jahren waren sich beide Seiten immerhin diesbezüglich näher gekommen.

Doch nach Ausbruch des Ukrainekriegs hat sich Japan an den westlichen Sanktionen gegen Russland beteiligt. Zuletzt untersagte Tokio auch den Export von Baumaschinen und Lastfahrzeugen nach Russland. Im März legte Moskau wegen der Sanktionen die Friedensgespräche auf Eis. Tokio sprach daraufhin erstmals seit 20 Jahren von einer "illegalen Besetzung" der Inseln. Die jetzigen Einschränkungen der Fischfangrechte lassen den Konflikt weiter eskalieren.

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