Russland und Philippinen verstärken militärische Zusammenarbeit

Die philippinische Regierung entfernt sich weiter von den USA: Präsident Rodrigo Duterte hat großzügige Waffengeschenke aus Russland entgegengenommen. Duterte erhielt tausende Sturmgewehre sowie Militärfahrzeuge für seine Armee

Die philippinische Regierung entfernt sich weiter von den USA: Präsident Rodrigo Duterte hat am Mittwoch großzügige Waffengeschenke aus Russland entgegengenommen. Duterte erhielt tausende Sturmgewehre und Munition sowie Militärfahrzeuge für seine schlecht ausgerüstete Armee. Russland und die Philippinen unterstrichen damit ihre erstarkende militärische Zusammenarbeit.

Duterte nahm die 5.000 Sturmgewehre sowie 20 Fahrzeuge während eines Besuchs auf dem russischen Kriegsschiff "Admiral Pantelejew" entgegen, das in Manilas Hafen vor Anker liegt. Dabei ließ es sich der Präsident nicht nehmen, persönlich einige Waffen in die Hand zu nehmen. Das Militär des Landes gilt als schlecht ausgestattet und benötigt dringend Verbündete.

Bei dem ersten Besuch eines russischen Verteidigungsministers auf den Philippinen bezeichnete Minister Sergej Schoigu den Staat als "zentralen und vielversprechenden Partner in Südostasien". Nach Angaben der Verteidigungsministerien unterzeichneten die beiden Länder am Rande eines Sicherheitsforums am Dienstag auch einen Waffenvertrag für russische Granatwerfer sowie ein militärisches Kooperationsabkommen.

Die Geste ist ein weiterer Schritt in Richtung Russland und gleichzeitig weg von den USA, mit denen die Philippinen über 70 Jahre eng zusammengearbeitet haben. Die Beziehungen zu den USA haben sich seit dem Amtsantritt Dutertes deutlich abgekühlt. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hatte den Staatschef für sein rigides Vorgehen gegen die Drogenkriminalität kritisiert, bei dem bereits tausende Menschen getötet wurden. Daraufhin hatte ihn Duterte als "Hurensohn" bezeichnet. Seitdem sucht die Regierung in Manila die Annäherung an Russland und China.

Zuletzt hatten philippinische Truppen monatelang darum gekämpft, Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) von der südphilippinischen Insel Mindanao zu vertreiben. Der Sieg über die Islamisten, der am Montag verkündet wurde, gelang den Philippinen mit militärischer Unterstützung aus den USA und Australien. Präsident Duterte betonte dennoch, dass er künftig weniger abhängig von den USA sein wolle.