US-Truppen in Syrien sollen so schnell wie möglich zurückkehren

Russland scheitert im Uno-Sicherheitsrat mit einer Resolution, geht aber von einem Dialog mit den USA aus. Die Ereignisse vom Wochenende zum Nachlesen.

Die Lage in Syrien ist eskaliert: Die USA, Frankreich und Großbritannien haben in der Nacht auf Samstag einen Luftangriff gegen Syrien ausgeführt. Der Westen reagiert damit auf den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in dem Bürgerkriegsland. Drei Zivilisten wurden bei dem Angriff verletzt. Russland und Iran verurteilten die Angriffe scharf, Moskau scheiterte in der Nacht zum Sonntag im UN-Sicherheitsrat aber erwartungsgemäß mit einem Resolutionsentwurf, der die Angriffe verurteilen sollte. Die Ereignisse vom Wochenende zum Nachlesen. Alle neuen Entwicklungen lesen Sie hier.


+++ 03:48 Uhr: Trittin - Luftschläge gegen Syrien völkerrechtswidrig +++

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin hat die Luftschläge der USA, Frankreichs und Großbritanniens gegen Syrien als völkerrechtswidrig kritisiert. „Man sollte nicht auf die massive Verletzung des Kriegsvölkerrechts einfach mit völkerrechtswidrigen Luftangriffen antworten“, sagt Trittin der „Rheinischen Post“. „Das gilt aber explizit für die Luftschläge der großen Koalition der Willigen aus USA, Frankreich und Großbritannien.“


+++ 02:12 Uhr: US-Truppen in Syrien sollen so schnell wie möglich zurückkehren +++

Die amerikanischen Truppen in Syrien sollen nach dem Willen von US-Präsident Donald Trump so schnell wie möglich zurückkehren. „Der US-Einsatz hat sich nicht geändert. Der Präsident hat klar gemacht, dass er möchte, dass die US-Streitkräfte schnellstmöglich nach Hause kommen“, sagte Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders am Sonntag. Die USA seien entschlossen, den IS vollständig zu zerschlagen. Außerdem erwarte die US-Regierung, dass die regionalen Verbündeten und Partner eine größere Verantwortung sowohl militärisch als auch finanziell zur Sicherung der Region übernähmen.


+++ 01:16 Uhr: CDU-Außenpolitiker fordert Friedenslösung unter Einbeziehung Assads +++

Der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion und Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit, Jürgen Hardt (CDU), hat im Syrien-Konflikt einen neuen Ansatz unter Einbeziehung von Machthaber Baschar al-Assad gefordert. „Wir müssen den unbequemen Gedanken wagen, wie das Assad-Regime an einer Friedenslösung beteiligt werden kann. Es ist offensichtlich so, dass Russland einer Variante ohne Assad in keinem Fall zustimmen kann und wird“, sagt Hardt in einem Interview mit der „Welt“. „Ein Übergang mit Assad, aber eine Zukunft ohne Assad – daran sollte die Diplomatie nun arbeiten.“


+++ 00:12 Uhr: Arabische Liga verurteilt Giftgasangriffe +++

Zum Abschluss ihres jährlichen Gipfeltreffens hat die Arabische Liga Giftgasangriffe jeglicher Art verurteilt. Mit Blick auf den jüngsten Vorfall nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus machten die 22 Mitgliedsstaaten am Sonntag aber niemanden direkt verantwortlich. Die westlichen Luftangriffe auf Syrien am Wochenende wurden weder unterstützt noch kritisiert. König Salman hatte zuvor die iranische Regierung als hauptverantwortlich für die Instabilität in der Arabischen Welt gebrandmarkt.

Unterdessen verteidigte Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubair die engen Beziehungen seines Landes zu den USA. Es gebe keinen Widerspruch zwischen einem strategisch sehr starken Verhältnis zu Washington, während Riad zugleich gegen einige politische Entscheidungen der USA sei. Gute Beziehungen seien ein „positiver Faktor, um ihnen hin zu einem positiven Engagement im Nahen Osten zu helfen“, so al-Dschubair.


+++ 21:23 Uhr: Macron telefoniert mit Trump +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagt, er habe US-Präsident Donald Trump davon überzeugt, US-Truppen in Syrien zu belassen. Er habe vor dem Luftschlag auf syrische Ziele mit Trump telefoniert. „Wir haben ihn überzeugt, dass es notwendig ist, dort zu bleiben“, sagt Macron dem Sender BFM TV.


+++ 17:39 Uhr: Haley kündigt Sanktionen gegen Russland an +++

Die amerikanische UN-Botschafterin Nikky Haley kündigt neue Sanktionen ihres Landes gegen Russland wegen der Rolle Moskaus in Syrien an. Dabei werde es um Strafen gegen Unternehmen gehen, die mit Ausrüstung im Zusammenhang der Nutzung von Chemiewaffen in Syrien zu tun hätten. Die Strafmaßnahmen sollten am Montag verkündet werden.


+++ 17:18 Uhr: Kurz ruft zu Friedensgesprächen auf +++

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ruft zur Wiederaufnahme der syrischen Friedensgespräche auf. Der Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden, deshalb müssten „alle verantwortlichen Akteure“ die Verhandlungen fortsetzen, die es 2015 in Wien gegeben habe, erklärte Kurz. Damals waren 20 unterschiedliche Gruppen eingebunden.



+++ 15:57 Uhr: Putin warnt vor Konsequenzen +++

Der russische Präsident Wladimir Putin warnt russischen Nachrichtenagenturen zufolge vor unabsehbaren Konsequenzen im Falle weiterer Raketenangriffe westlicher Staaten in Syrien. Diese würden zu Chaos in den internationalen Beziehungen führen, sagt Putin demnach in einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani.


+++ 15:17 Uhr: US-Truppen ziehen sich nicht zurück +++

Die US-Truppen werden sich nach Worten der UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, nicht aus Syrien zurückziehen, bevor ihre Ziele nicht erreicht seien.


+++ 15:02 Uhr: Russland - Kommunikationskanäle in die USA bleiben offen +++

Russland will die Kommunikationskanäle zwischen Moskau und Washington offenhalten, wie die Nachrichtenagentur Tass meldet. Die Regierung werde jede Anstrengung unternehmen, um die politischen Beziehungen zum Westen zu verbessern, wird ein ranghoher Vertreter des Außenministeriums zitiert. Er betont demnach allerdings zugleich, ein Kompromiss über UN-Resolutionen zu Syrien werde schwer zu erreichen sein.


+++ 13:20 Uhr: Russland will Dialog mit USA +++

Russland rechnet nach den Luftangriffen mit einem strategischen Dialog mit den USA. Es bestehe Grund zu der Annahme, dass die Amerikaner nun an Gesprächen interessiert seien, sagte Wladimir Ermakow, Chef der Abteilung für Rüstungskontrolle im Außenministerium, der Agentur Interfax. Es gebe Vertreter der US-Regierung, mit denen es möglich sei, zu reden.



+++ 12:53 Uhr: Papst zeigt sich „zutiefst beunruhigt“ +++

Papst Franziskus hat nach den Luftschlägen der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf mehrere Ziele in Syrien an alle politischen Verantwortungsträger in der Welt appelliert, sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen. „Ich bin zutiefst erschüttert wegen der gegenwärtigen Situation auf der Welt, in der es schwierig ist, sich auf ein gemeinsames Vorgehen zugunsten von Frieden in Syrien und anderswo zu verständigen“, sagte der Pontifex am Sonntag auf dem Petersplatz.

Obwohl der internationalen Gemeinschaft Mittel zur Verfügung stünden, habe sie Mühe, sich auf gemeinsame Maßnahmen zu einigen, die den Frieden in dem Bürgerkriegsland und anderen Regionen der Welt begünstigen würden. „Ich bete für den Frieden“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt.


+++ 12:33 Uhr: Assad will keine Kursänderung +++

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad will nach Angaben russischer Politiker trotz des Militärschlags westlicher Länder an seinem Kurs festhalten. Syrien werde den Handlungen des Westens keine Aufmerksamkeit schenken, soll Assad dem russischen Abgeordneten Dmitri Sablin zufolge bei einem Treffen in Damaskus am Sonntag gesagt haben. Assad habe den Militärschlag als Akt der Aggression bezeichnet, sagte Sablin der Agentur Tass zufolge.

Eine russische Delegation traf sich nach eigenen Angaben mit Assad in Syrien. Der Präsident sei bei dem Gespräch gut gelaunt gewesen, hieß es. Assad habe zudem die sowjetischen Luftabwehrsysteme gelobt, mit dem westliche Marschflugkörper abgeschossen worden sein sollen.

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Moskau erklärt, dass der Großteil der Geschosse mit Hilfe russischer Technik abgefangen worden sei. Die USA bestreiten dies.


+++ 12:06 Uhr: Boris Johnson will bei erneutem Chemiewaffeneinsatz „Optionen prüfen“ +++

Der britische Außenminister Boris Johnson kündigt an, bei einem neuerlichen syrischen Chemiewaffeneinsatz „die Optionen“ zu prüfen. Derzeit seien keine weiteren Angriffe geplant, sagt Johnson, weil „gottseidank das Assad-Regime nicht so dumm war, einen weiteren Chemiewaffenangriff zu starten“.



+++ 11:57 Uhr: Labour-Chef stellt Rechtmäßigkeit des Luftangriffs in Frage +++

Der britische Oppositionschef Jeremy Corbyn stellt die Legitimität der Luftangriffe infrage. „Ich sage zum Außenminister, ich sage zur Premierministerin, wo ist dafür die rechtliche Grundlage?„ sagt Corbyn der BBC. „Die rechtliche Grundlage (...) wäre Selbstverteidigung oder die Autorität des UN-Sicherheitsrats. Die humanitäre Intervention ist derzeit ein rechtlich fragwürdiges Konzept.“


+++ 11:27 Uhr: Assad lobt Raketenabwehr aus Sowjetzeiten +++
Syriens Präsident Baschar al-Assad bezeichnet russischen Abgeordneten gegenüber die Luftschläge als „Akt der Aggression“. Zugleich habe er die Luftabwehrsysteme gelobt, die aus Sowjetzeiten stammen, melden russische Nachrichtenagenturen.


+++ 11:05 Uhr: Österreichs Kanzler Kurz will Gespräche +++
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich für eine Fortsetzung der momentan stockenden Syrien-Friedensverhandlungen auf internationaler Ebene ausgesprochen. „Nach dem schockierenden Chemiewaffeneinsatz am 7. April und der jüngsten westlichen Militäraktion in Syrien ist es nun das Gebot der Stunde, sich der Vernunft zu besinnen und den diplomatischen Friedensprozess mit allem notwendigen Nachdruck voranzutreiben“, erklärte Kurz in einer der österreichischen Nachrichtenagentur APA übersandten Stellungnahme.

Er appellierte an alle „verantwortlichen Akteure“, die Friedensgespräche fortzuführen. Eine weitere Eskalation „dieses Stellvertreterkrieges oder gar eine direkte militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und Russland“ müsse „mit allen Mitteln“ verhindert werden.



++ 10:52 Uhr: Frankreichs Außenminister: Russland muss Druck auf Syrien machen +++
Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian hat Russland aufgefordert, Druck auf den syrischen Präsidenten auszuüben. Man hoffe nun, dass Russland verstanden habe, dass man nach dem Militärangriff auf das Chemiearsenal Syriens die Bemühungen bündeln müsse, um einen politischen Prozess in Syrien in Gang zu bringen, sagte Le Drian der Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“.

Frankreich sei bereit dazu. Doch Präsident Baschar al-Assad blockiere diesen Prozess, erklärte Le Drian. Russland müsse nun Druck auf seinen Alliierten ausüben.


+++ 8:39 Uhr: Parteichef der französischen Konservativen kritisert Luftangriffe+++
Der Chef der wichtigsten französischen Oppositionspartei hat die Angriffe kritisiert. Er glaube nicht an den Nutzen von „Straf-Schlägen“, sagte der Vorsitzende der konservativen Republikaner, Laurent Wauquiez, der Zeitung „Le Journal du Dimanche“ am Sonntag.


„Ich verstehe weder den Nutzen noch den Sinn darin, zuzuschlagen, um zuzuschlagen, für das Gefühl, etwas zu tun, ohne dass dahinter irgendeine Strategie steht.“ Wauquiez meinte an die Adresse von Staatschef Emmanuel Macron: „Die internationale Priorität des Präsidenten muss es sein, gegen die Islamisten zu kämpfen.“ Die Republikaner stellen die größte Oppositionsfraktion in der Pariser Nationalversammlung.


+++ 7:57 Uhr: Frankreich warnt vor humanitärer Katastrope in syrischem Idlib +++
Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian befürchtet in der syrischen Rebellenhochburg Idlib eine humanitäre Katastrophe. „Das Schicksal von Idlib muss in einem politischen Prozess geklärt werden, zu dem die Entwaffnung der Milizen gehört“, sagte Le Drian der Wochenzeitung „Le Journal du Dimanche“ vom Sonntag. Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter hatte zuletzt angedeutet, dass Idlib nach dem Fall von Duma das nächste Ziel der syrischen Regierungstruppen sein könnte. In Idlib leben etwa zwei Millionen Menschen. Die Region wird von Rebellen kontrolliert, darunter islamistische und moderate Gruppen.

Frankreich werde weiterhin die Lage im Nordosten Syriens beobachten, wo mit französischer Hilfe die IS-Miliz vertrieben wurde. „Lasst uns nicht vergessen, dass unser wichtigster Feind der Islamische Staat und andere Terrorgruppen sind, die sich derzeit im Osten des Landes neu formieren“, sagte Le Drian.


+++ 7:30 Uhr: Westmächte wollen neue Syrien-Resolution vorlegen +++
Nach ihrer Militäroperation in Syrien planen die USA, Großbritannien und Frankreich einen neuen diplomatischen Vorstoß im UN-Sicherheitsrat. Der französische UN-Botschafter François Delattre sagte am Samstag in New York, Paris, Washington und London würden bald einen neuen Resolutionsentwurf vorlegen, der eine nachhaltige Lösung im Syrien-Konflikt bringen solle. In der Vorlage, die am Abend der Nachrichtenagentur AP vorlag, wird jeglicher Einsatz von Chemiewaffen verurteilt, vor allem der mutmaßliche Giftgasangriff am 7. April in Duma.


In dem Entwurf verlangen die drei Westmächte zudem Antworten von der Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu Lücken in den Angaben zu syrischen Chemiewaffen gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW). Zudem wird für die Einsetzung eines neuen Gremiums geworben, das die Urheberschaft von Chemiewaffenangriffen feststellen soll. Gefordert wird in dem Papier zudem eine Feuerpause, ungehinderter Zugang zu humanitärer Hilfe in Syrien sowie eine rasche Wiederaufnahme von Verhandlungen über eine politische Lösung.

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja signalisierte Ablehnung. Die aktuelle Atmosphäre sei „jedweder Annäherung nicht gerade zuträglich“, sagte er. Zunächst müsse die „politische und gefährliche militärische Situation“ geklärt werden, „in der wir gerade stecken“.


+++ 1:15 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck sieht Syrienangriff kritisch +++
Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat sich kritisch zum Angriff auf Syrien geäußert: „Ich bin kein Grundpazifist, aber mir fehlt die Strategie dahinter“, sagte er am Samstagabend bei einer Veranstaltung der „Zeit“. Der Angriff sei hochriskant gewesen, wegen einer möglichen direkten Konfrontation mit Russland. Dass er etwas geholfen habe bezweifle er. Habeck plädierte dafür, die für die Situation in Syrien direkt Verantwortlichen, wie bestimmte Generäle, „persönlich in ihrem Luxusleben“ zu belangen. Viele hätten ihr Vermögen in Europa, „die Frauen gehen in München shoppen“, es müsse möglich sein, das herauszufinden.


+++ 22:41 Uhr: Berichte – Explosion bei iranischer Basis in Syrien +++
Eine iranische Militärbasis in Syrien wurde von nicht identifizierten Flugzeugen angegriffen, berichteten syrische Medien am späten Samstagabend laut „Jerusalem Post“. Die iranische Basis in der Region Jabal Azzan südlich von Aleppo ist die größte des Landes. Die Provinz wird von der syrischen Regierung kontrolliert. Augenzeugen berichteten, sie hätten schwere Explosionen gesehen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab an, es könne sich um eine schwere Explosion in einem Waffendepot oder um einen Luftangriff gehandelt haben. In der Region seien auch afghanische Kräfte stationiert, die in dem Bürgerkrieg wie der Iran auf der Seite des syrischen Machthabers Baschar al-Assad kämpfen.

Unbestätigte Quellen identifizierten die Flugzeuge als israelische Kampfflugzeuge, laut „Jerusalem Post“. Das israelische Militär äußerte sich nicht zu den Vorfällen, berichtete die israelische Zeitung.


+++ 21:00 Uhr, Syrisches Fernsehen zeigt Jubelbilder nach „fehlgeschlagenem“ Angriff +++
Das syrische Staatsfernsehen hat am Samstag Live-Bilder stundenlanger Freudenfeiern auf den Straßen gezeigt. Tanzende und singende Menschen jubelten demnach über die „Standfestigkeit“ ihrer Regierung nach Luftangriffen der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf Ziele in Syrien als Vergeltung für einen mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Duma bei Damaskus.

Im Fernsehen schwenkten Menschen syrische Flaggen neben solchen aus dem Iran und Russlands, den wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad. Viele sprachen von „begrenzten“ oder „fehlgeschlagenen“ Angriffen. Laut dem Bericht fing die syrische Flugabwehr die meisten der Raketen ab. Die Menschen wurden aufgefordert, anderen Medienberichten nicht zu glauben, in denen „absichtlich oder unabsichtlich“ das Ergebnis der Angriffe übertrieben werde.


+++ 20:28 Uhr, Steinmeier fordert syrische Friedensinitiative von Russland und den USA +++


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft die USA und Russland auf, einen neuen Anlauf für eine syrische Friedensinitiative zu starten. „Es geht am Ende nicht ohne die regionalen Nachbarn, aber nichts beginnt ohne USA und Russland“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Wenn Washington und Moskau nicht zueinander fänden, „sind die Chancen für eine Verbesserung der Lage in Syrien gleich Null!“


+++ 19:47 Uhr, Russische Resolution im Uno-Sicherheitsrat ohne Mehrheit +++
Eine von Russland eingebrachte Resolution ist im Uno-Sicherheitsrat gescheitert. Nur Russland, China und Bolivien stimmten am Samstag für das Papier, das eine „Verurteilung der Aggression gegen Syrien durch die USA und ihrer Verbündeten in Verletzung internationaler Gesetze und der Uno-Charta“ vorsah. Acht Länder stimmten gegen die Resolution, vier enthielten sich.


+++ 19:30 Uhr, Tausende demonstrieren in Athen gegen Militärangriff +++
In Athen haben am Samstag rund 5000 Menschen vor der Botschaft der Vereinigten Staaten gegen den Militärschlag der USA, Großbritanniens und Frankreichs in Syrien demonstriert. Es handelte sich hauptsächlich um Mitglieder und Sympathisanten der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE). „Der Protest verlief friedlich“, sagte ein Polizeioffizier.

Die Regierung unter dem linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras hatte bereits am Freitag erklärt, sie werde sich nicht an solchen Aktionen beteiligen. „Der einzige Weg die Krise (in Syrien) zu beenden ist der diplomatische - und nicht Militäraktionen“, sagte ein Regierungsvertreter am Samstag.


+++ 16:00 Uhr, USA, Frankreich und Großbritannien haben einen Luftangriff auf Syrien durchgeführt +++
Die Luftschläge der Westmächte sind eine eindeutige Botschaft an Assads mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz – und für Frankreich Teil einer umfassenden Strategie, heißt es aus Paris. Den Syrien-Verbündeten Russland treffen die Luftangriffe jedoch ins Mark.



Die früheren Ereignisse im Blog


+++ 15:26 Uhr, Pentagon: Ziel bleibe, die Terrormiliz Islamischer Staat zu besiegen +++
Die Luftangriffe der USA in Syrien bedeuten nach Darstellung des Pentagons keine Änderung der allgemeinen Strategie Washingtons in dem Bürgerkriegsland. Das teilte Dana White, Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums, am Samstag mit. Es sei auch kein Versuch gewesen, die syrische Regierung abzusetzen, fügte sie hinzu. Aber man könne nicht untätig zusehen, wenn es schwerwiegende Verletzungen des internationalen Rechts gebe.


+++ 14:48 Uhr, UN-Sicherheitsrat kommt um 17:00 Uhr zusammen +++
Die Sitzung sei auf Bitten Russlands einberufen worden, teilte die peruanische Ratspräsidentschaft mit.


+++ 14:21 Uhr, Erdogan warnt vor weiterer Eskalation +++
Es sei wichtig, dass sich die Spannungen nicht noch ausweiteten, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan laut Nachrichtenagentur Anadolou am Samstag bei einem Telefongespräch mit der britischen Premierministerin Theresa May. Nur eine politische Lösung könne zu einem dauerhaften Frieden in dem Land führen.


+++ 14:21 Uhr, Trump: „Mission erfüllt“ +++
US-Präsident Donald Trump spricht von einem „perfekt durchgeführten Luftschlag“. Er bedankt sich bei Großbritannien und Frankreich. Das Ergebnis hätte nicht besser sein können, schreibt er auf Twitter: „Mission erfüllt!“




+++ 13:58 Uhr, Breite Mehrheit der Deutschen gegen Beteiligung an Militärschlag +++
Eine breite Mehrheit der Deutschen steht hinter der Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich nicht am Militärschlag gegen Syrien zu beteiligen. 81 Prozent bewerteten die Entscheidung Merkels positiv, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf eine Civey-Umfrage. 62 Prozent nannten den Entschluss der Kanzlerin demnach sogar „sehr positiv“.


+++ 13:38 Uhr, Russland: Sind an Kooperation mit USA interessiert +++
Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sagt, die Regierung in Moskau sei in Kontakt mit den USA und den anderen Staaten, welche sich an den Luftangriffen beteiligt hätten.


+++ 12:57 Uhr, EU ruft Iran und Russland zum Handeln auf +++
„Wir haben ein gemeinsames Ziel, jede Gewalteskalation zu vermeiden, die die Syrienkrise in einen größeren regionalen Konflikt verwandeln könnte – mit unkalkulierbaren Folgen für den Nahen Osten und sogar die ganze Welt“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Samstag im Namen der 28 EU-Staaten. Der Konflikt könne nur auf politischem Wege gelöst werden.

Vor allem der Iran und Russland müssten ihren Einfluss auf die syrische Regierung geltend machen, um die Nutzung von Chemiewaffen zu unterbinden, so Mogherini. „Die EU unterstützt alle Bemühungen zur Verhinderung von Chemiewaffeneinsätzen.“


+++ 12:07 Uhr, Verteidigungsministerin von der Leyen: Angriff war berechtigt +++
Der Sicherheitsrat sei in dieser Frage offensichtlich seit Tagen blockiert. „Angesichts der Abscheulichkeit des Einsatzes von Chemiewaffen durch Assad sind diese Maßnahmen der drei Mitglieder des Weltsicherheitsrates, die sich ausdrücklich gegen das Chemiewaffenprogramm Assads richten, verhältnismäßig und erforderlich“, sagt die CDU-Politikerin in Hannover.

„Das ist die Weltgemeinschaft auch den Opfer schuldig“, so von der Leyen.


+++ 12:06 Uhr, China fordert zu Dialog auf +++
China fordert eine vollständige, faire und unabhängige Untersuchung des mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatzes in Syrien. Eine politische Einigung sei die einzige Möglichkeit, den Konflikt beizulegen, teilt das Außenministerium mit. Jeder Militäreinsatz ohne Beschluss des UN-Sicherheitsrats verletzte die Prinzipien und Normen des internationalen Rechts.


+++ 11:56 Uhr, Assad: Werden entschieden gegen „Terrorismus“ vorgehen +++
Syriens Präsident Baschar al-Assad erklärt, die Angriffe erhöhten die Entschiedenheit, „Terrorismus an jedem Quadratmeter der Nation“ zu bekämpfen und niederzuschlagen. Die Angriffe seien gekommen, nachdem der Westen realisiert habe, Kontrolle und Glaubwürdigkeit in dem Konflikt verloren zu haben. Der iranische Präsident Hassan Ruhani habe Assad telefonisch seinen Beistand zugesichert, teilt das syrische Präsidialamt weiter mit.



+++ 11:43 Uhr, SPD-Spitze fordert Lösung mit Russland in Syrien-Krise +++
„Dieses Sterben und Morden in Syrien wird nur beendet durch eine diplomatische Lösung mit Russland“, sagte die designierte SPD-Chefin Andrea Nahles am Samstag bei einem SPD-Landesparteitag im niedersächsischen Bad Fallingbostel.

+++ 11:43 Uhr, Gentiloni: Angriff darf nicht Beginn einer Eskalation sein +++
„Die Aktion dieser Nacht war eine begrenzte Aktion, die darauf abzielte, die Kapazitäten zur Produktion und Verbreitung von chemischen Waffen zu treffen. Sie kann und darf nicht der Beginn einer Eskalation sein“, sagte Italiens geschäftsführender Regierungschef Paolo Gentiloni am Samstag in Rom.

Italien habe in den sieben Jahren des Syrien-Krieges stets betont, dass der Konflikt nicht mit dem Einsatz von Gewalt gelöst werden könne, und dass es eine „gefährliche Illusion“ sei anzunehmen, den „Diktator“ Baschar al-Assad mit Gewalt aus dem Amt drängen zu können. Gentiloni sagte, die jetzt erfolgte begrenzte Militäraktion könne ein „weiteres Alarmsignal, ein Ansporn, ein Antrieb“ sein, um den Dialog und die Diplomatie wieder ins Zentrum für eine Stabilisierung Syriens zu rücken.


+++ 11:39 Uhr, USA, Frankreich, Großbritannien wollen Nato über Syrien informieren +++
Der Nordatlantikrat – das oberste Entscheidungsgremium der Nato – werde am Samstagnachmittag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, verlautete es aus Nato-Kreisen in Brüssel. Das Gremium trifft sich in der Regel einmal pro Woche auf Ebene der Botschafter und etwa halbjährlich auf Ebene der Außen- und Verteidigungsminister.


+++ 11:35 Uhr, Waffeninspektoren wollen am Samstag nach Duma reisen +++
Chemiewaffeninspektoren der OPCW wollen noch am Samstag nach Duma reisen und den Ort besichtigen, an dem es zu dem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz kam, hieß es aus Diplomatenkreisen.


+++ 11:34 Uhr, Außenminister Heiko Maas: Angriff war ein angemessenes und erforderliches Signal +++
„Seit sieben Jahren herrscht Krieg in Syrien. Immer wieder haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass das Assad-Regime Kriegsverbrechen begangen und dabei auch Chemiewaffen gegen Zivilisten eingesetzt hat, so nach allen vorliegenden Erkenntnissen auch jüngst wieder in Duma. Chemiewaffen sind international geächtet, ihr Einsatz ein Kriegsverbrechen, das nicht folgenlos bleiben darf, wenn sich diese fürchterlichen Geschehnisse nicht wiederholen sollen“, erklärte Außenminister Heiko Maas am heutigen Samstag.

„In dieser Situation war der begrenzte Angriff auf militärische Strukturen des syrischen Regimes durch Frankreich, Großbritannien und den USA als ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats ein angemessenes und erforderliches Signal. Es leistet einen Beitrag dazu, Wiederholungen dieses Leids zukünftig zu erschweren.“


+++ 11:29 Uhr, Frankreich warnt Syrien vor weiterem Einsatz von Chemiewaffen +++
Die Luftangriffe haben nach Angaben des französischen Außenministers Jean-Yves Le Drian die gesetzten Ziele in Syrien erreicht. Derzeit seien keine weiteren Angriffe geplant, sagt er dem Sender BFM TV. Die Regierung in Damaskus müsse sich aber im Klaren darüber sein, dass neue Luftschläge geplant werden könnten, wenn sie erneut rote Linien überschreite.


+++ 11:16 Uhr, May verteidigt Angriff in Syrien ohne vorheriges Parlamentsvotum +++
Vor dem gemeinsamen Militärschlag sei für ein Votum im britischen Unterhaus keine Zeit gewesen, weil es notwendig gewesen sei, schnell zu handeln und die Sicherheit des Einsatzes zu gewährleisten, erklärte die britische Premierministerin. Sie kündigte an, ihre Entscheidung am Montag im Parlament näher erläutern zu wollen.

Bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff in der syrischen Rebellenstadt Duma ist laut May möglicherweise eine Fassbombe verwendet worden. Darauf deuteten Berichte hin, wonach ein Hubschrauber der syrischen Regierung kurz vor der Attacke über Duma hinweggeflogen sei, sagte May am Samstag. „Keine andere Gruppe“ als die syrische Regierung habe den Angriff verüben können.


+++ 11:16 Uhr, Frankreich: Angriffe in enger Zusammenarbeit geflogen +++

Man sei sich sehr schnell über die Ziele einig gewesen, hieß es am Samstag aus Diplomatenkreisen. Der Fokus lag auf Lager- und Produktionsstätten chemischer Waffen, andere Ziele wie Flughäfen habe man nicht in Erwägung gezogen.


+++ 11:15 Uhr, Russland: Großteil der eingesetzten Geschosse abgefangen +++

Die syrische Luftabwehr habe 71 der 103 Marschflugkörper abgeschossen, teilte Generaloberst Sergej Rudskoj vom russischen Verteidigungsministerium am Samstag in Moskau mit. Es habe keine Todesopfer gegeben, einige Menschen seien leicht verletzt worden.


+++ 11:06 Uhr, Linke wirft Westmächten Völkerrechtsbruch vor +++
.„Völkerrechtsbruch regiert die Welt. Die, die anderen Völkerrechtsbruch vorwerfen, brechen das Völkerrecht“, twitterte Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch am Samstag. Die Bundesregierung mache sich mitschuldig durch Unterlassung. „Solange Bomben und nicht Diplomaten sprechen, steuert die Welt auf eine ungeheure Konfrontation zu.“


+++ 11:00 Uhr, Frankreich: Syrische Armee steckt hinter Giftgas-Angriff +++
Wenige Stunden nach dem gemeinsamen Angriff mit den USA und Großbritannien auf syrische Einrichtungen veröffentlichte die französische Regierung am Samstag einen Geheimdienstbericht, nach dem die syrische Armee verantwortlich für den Chlorgaseinsatz ist. So habe eine Untersuchung von Fotos, Videos, Zeugenaussagen und anderen Hinweisen ergeben, dass diese echt und nicht konstruiert seien. Die syrische Regierung hatte den Rebellen vorgeworfen, den Einsatz chemischer Kampfstoffe inszeniert zu haben, um ein Eingreifen der USA zu provozieren.

Es gebe keine Hinweise auf die Echtheit der These, Rebellengruppen hätten versucht, in den Besitz chemischer Waffen zu gelangen, hieß es weiter. Dagegen habe der Geheimdienst Erkenntnisse, dass die syrische Armee entgegen internationalen Verpflichtungen den UN nicht alle Lager für Chemiewaffen offenbart habe. Es sei möglich, dass die Armee noch über Senfgas und Sarin verfüge.


+++ 10:53 Uhr, Iran verurteilt Militärschlag +++
„Die Angriffe waren ein Verbrechen und die drei an den Angriffen beteiligten Regierungschefs sind dementsprechend Verbrecher“, sagte Irans oberster Führer Ali Chamenei am Samstag laut Nachrichtenagentur Isna.

Das iranische Außenministerium verurteilte die Angriffe als klaren Verstoß gegen internationales Recht und Verletzung der territorialen Integrität Syriens. Teheran verurteile jeglichen Einsatz chemischer Waffen. Das Thema hätte aber nicht als Vorwand für militärische Angriffe auf einen Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen genutzt werden sollen, teilte das Außenministerium mit.


+++ 10:51 Uhr, Russland erwägt Lieferung von Raketenabwehr an Syrien +++
Russland erwägt die Lieferung von S-300-Raketenabwehrsystemen an Syrien und andere Staaten. Ein Vertreter des russischen Generalstabs begründet das mit den Luftangriffen der USA, Frankreichs und Großbritanniens. Die Lage in Damaskus und anderen Städten sei derzeit ruhig. Russland hat bereits S-300-Systeme in Syrien stationiert.


+++ 10:43 Uhr, Juncker: Syrien muss Einsatz von Chemiewaffen beenden +++
Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass die Regierung in Damaskus Chemiewaffen gegen Zivilisten eingesetzt habe, aber es müsse das letzte Mal sein, erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.


+++ 10:42 Uhr, Tusk: EU steht hinter Verbündeten +++
„Die Angriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens machen deutlich, dass das syrische Regime zusammen mit Russland und dem Iran nicht mit dieser menschlichen Tragödie fortfahren kann, zumindest nicht ohne Folgen“, teilte EU-Ratspräsident Tusk am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Die EU wird mit ihren Verbündeten auf der Seite der Gerechtigkeit stehen.“




+++ 10:25 Uhr, May verteidigt Luftschläge +++
„Es war richtig und legal, militärisch in Syrien einzugreifen“, sagt die britische Premierministerin Theresa May. Es gebe Anzeichen dafür, dass die syrische Regierung über Chemiewaffen verfüge und weiterhin derartige Waffen produziere. Auf die Frage, ob sie weitere Angriffe befehlen könnte, sagte sie, die syrische Regierung dürfe nicht an ihrer, Mays, Entschlossenheit zweifeln.


+++ 10:16 Uhr, Merkel zu Syrien: Militäreinsatz war erforderlich und angemessen +++
„Der Militäreinsatz war erforderlich und angemessen, um die Wirksamkeit der internationalen Ächtung des Chemiewaffeneinsatzes zu wahren und das syrische Regime vor weiteren Verstößen zu warnen“, erklärte die Bundeskanzlerin am Samstag. Ziel der gezielten Luftschläge sei es gewesen, „die Fähigkeit des Regimes zum Chemiewaffeneinsatz zu beschneiden und es von weiteren Verstößen gegen die Chemiewaffenkonvention abzuhalten“. Die Kanzlerin weiter: „Wir unterstützen es, dass unsere amerikanischen, britischen und französischen Verbündeten als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats in dieser Weise Verantwortung übernommen haben.“

Merkel rief dazu auf, „einer Erosion der Chemiewaffenkonvention“ entgegenzuwirken. „Deutschland wird alle diplomatischen Schritte in diese Richtung entschlossen unterstützen.“


+++ 9:57 Uhr, Grünen-Chefin warnt vor militärischer Eskalation +++
„So furchtbar die Gräueltaten des syrischen Regimes und seiner Verbündeten sind, so falsch ist eine weitere militärische Eskalation.“ Die EU-Außenkommissarin müsse nun alle EU-Staats- und Regierungschefs einladen, um eine klare Strategie zu verabreden. „Wenn Frau Mogherini nicht handelt, muss Frau Merkel es tun“, erklärt Baerbock.




+++ 9:56 Uhr, Putin: Russland fordert wegen Syrien Sitzung des UN-Sicherheitsrates +++
Russland will den UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen lassen. Das teilte der russische Präsident Wladimir Putin am Samstag mit. Der Militärschlag habe einen „destruktiven Einfluss auf das gesamte System der internationalen Beziehungen“, erklärte Putin. Er beteuerte die russische Sichtweise, dass der mutmaßliche Chemiewaffenangriff in Duma bei Damaskus nur vorgetäuscht sei.


+++ 9:55 Uhr, Niederländischer Regierungschef hat Verständnis für Angriffe in Syrien +++
In einer Erklärung vom Samstag heißt es, die Militäraktion sei „unter den heutigen Umständen verhältnismäßig und wohlüberlegt“. Die niederländische Regierung halte es für „wahrscheinlich, dass Giftgas eingesetzt wurde und dass die syrische Regierung dahintersteckt. Die internationale Gemeinschaft kann das nicht hinnehmen.“ Der Gebrauch chemischer Waffen sei „ein schweres Verbrechen und ein ernster Verstoß gegen internationale Recht“.


+++ 9:54 Uhr, Britischer Verteidigungsminister: Militärschlag war sehr erfolgreich +++
Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson hat den Angriff auf syrische Einrichtungen als „sehr erfolgreiche Mission“ bezeichnet. Angesichts der leidenden unschuldigen Männer, Frauen und Kinder habe gehandelt werden müssen, sagte Williamson am Samstag dem Sender BBC. Alle an dem Militärschlag beteiligten Soldaten seien gesund zurückgekommen.


+++ 9:52 Uhr, Unions-Außenpolitiker Hardt nennt Luftschlag gerechtfertigt +++
Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, sieht den Luftschlag gegen Assad als „gerechtfertigt“ an. Die Indizien, dass Assad im Kampf gegen die Opposition chemische Waffen einsetze, seien erdrückend. Der Militärschlag „diente somit dem Schutz der Menschen in Syrien“.




+++ 9:35 Uhr, Israel: Syrien hat Luftangriffe der Westmächte selbst zu verantworten +++
Das Land habe sich mit seinen „mörderischen Taten“ selbst in Gefahr gebracht, erklärte ein hochrangiger, anonym bleibender israelischer Regierungsvertreter am Samstag. US-Präsident Donald Trump habe vergangenes Jahr klargemacht, dass der Gebrauch von Chemiewaffen eine rote Linie sei.


+++ 9:24 Uhr, Israel äußert Verständnis für Angriff der Westmächte in Syrien +++
„Im vergangenen Jahr hat US-Präsident (Donald) Trump klargemacht, dass der Einsatz von Chemiewaffen das Überschreiten einer roten Linie bedeutet“, sagte ein ranghoher israelischer Repräsentant am Samstag.

„Heute Nacht sind die USA, Frankreich und Großbritannien unter US-Führung entsprechend vorgegangen. Syrien begeht weiterhin mörderische Taten und bietet die Basis für andere Aktionen auch des Irans, die sein Land, seine Truppen und seine Führung in Gefahr bringen“, sagte er.

Der israelische Oppositionspolitiker Jair Lapid lobte die Westmächte für denn Angriff. „Obwohl es nur ein Angriff von begrenztem Umfang ist, sendet die zivilisierte Welt (dem syrischen Machthaber Baschar) al-Assad eine klare Botschaft, dass sie nicht schweigend zusehen wird, während er Kinder ermordet“, sagte Lapid.

„Der wahre Test ist nun, ob die Koalition dazu in der Lage sein wird, den militärischen und diplomatischen Druck auf den Diktator von Damaskus aufrechtzuerhalten.“ Israel werde weiterhin gegen eine iranische Präsenz in Syrien vorgehen, sagte Lapid. Man werde „keine Anweisungen von irgendeinem der regionalen Akteure entgegennehmen, wenn es um unsere lebenswichtigen Sicherheitsinteressen geht“.


+++ 9:13 Uhr, Syrisches Militär: 110 Geschosse bei Angriff abgefeuert +++
Das syrische Militär schätzt, dass bei dem Angriff 110 Geschosse abgefeuert wurden. Die syrische Luftverteidigung habe die meisten davon vom Himmel geholt, teilte ein Armeesprecher am Samstag im staatlichen Fernsehen mit. Ein Geschoss habe das wissenschaftliche Forschungszentrum in Barse bei Damaskus getroffen und dabei ein Gebäude beschädigt.

In der Provinz Homs sei ein Angriff vereitelt worden, dabei seien aber drei Menschen verletzt worden, sagte der Sprecher. Die Angriffe würden das syrische Militär nicht davon abhalten, „bewaffnete Terroristen“ in Syrien auszulöschen.


+++ 9:11 Uhr, Türkei lobt Luftangriff auf syrische Einrichtungen +++
Die Türkei hat den Luftangriff der Westmächte auf syrische Einrichtungen als „angemessene Antwort auf den Chemiewaffenangriff“ bezeichnet, der in Duma zum Tod vieler Zivilisten geführt habe. „Wir begrüßen diesen Einsatz, der das Gewissen der Menschheit angesichts des Angriffes in Duma erleichtert, von dem weitgehend angenommen wird, dass er vom (syrischen) Regime ausgeführt wurde“, erklärte das Außenministerium am Samstag.

Angriffe mit Massenvernichtungswaffen seien ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die syrische Regierung habe solche Angriffe erwiesenermaßen geführt. Es sei wichtig, dass die internationale Gemeinschaft und insbesondere der UN-Sicherheitsrat mit gemeinsamen Schritten sicherstellten, dass Chemiewaffen nicht ungestraft eingesetzt würden, erklärte das Ministerium.


+++ 9:03 Uhr, Schiitenmiliz Hisbollah verurteilt Angriff auf Syrien +++
Die mit Syrien verbündete Schiitenmiliz Hisbollah hat den Angriff der Westmächte auf das Land „aufs Schärfste“ verurteilt. Er sei eine offene Verletzung der Souveränität Syriens und der Würde seines Volkes, hieß es am Samstag in einer Mitteilung der bewaffneten Gruppe aus dem Nachbarland Libanon.

Die Aggression stelle eine direkte Unterstützung von „Verbrecherbanden“ und „Terror“ dar. Der Krieg, den die USA gegen Syrien führe, werde seine Ziele nicht erreichen. Die vom schiitischen Iran finanzierte Hisbollah kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite der Regierungstruppen.


+++ 8:55 Uhr, UN-Generalsekretär mahnt zu Zurückhaltung +++
UN-Generalsekretär António Guterres hat angesichts der Luftangriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf Ziele in Syrien um Zurückhaltung gebeten. Die Länder der Welt hätten sich verpflichtet, innerhalb der Richtlinien der UN-Charta und des internationalen Rechts im Allgemeinen zu handeln, erklärte Guterres am Samstag. Alle UN-Mitgliedstaaten müssten sich zurückhalten und ein weiteres Vorgehen vermeiden, das die Situation zur Eskalation bringen könnte. Guterres teilte zudem mit: „Jeglicher Gebrauch von Chemiewaffen ist verabscheuungswürdig. Das Leid, das sie verursachen, ist entsetzlich.“


+++ 8:46 Uhr, Syriens Machthaber Assad: „Morgen der Standhaftigkeit“ +++
.Nach dem Angriff der Westmächte auf Syrien gibt sich die Führung in Damaskus unbeugsam. Das syrische Präsidentenbüro verbreitete am Samstagmorgen über die sozialen Medien ein acht Sekunden langes Video, das zeigt, wie Staatschef Baschar al-Assad den Eingang zum Präsidentenpalast betritt. In der Hand hält der mit Anzug und Krawatte bekleidete Machthaber eine Aktentasche.

Zu dem Video schrieb das Präsidentenbüro: „(Guten) Morgen der Standhaftigkeit“. Andere Personen sind nicht zu sehen. Assad gibt auch keinen Kommentar ab. Wann das Video gefilmt wurde, ist unklar..




+++ 8:45 Uhr, Syrien meldet drei verletzte Zivilisten +++
Bei den US-geführten Luftangriffen werden in Syrien drei verletzte Zivilisten gemeldet. Der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge wurden Raketen abgewehrt, die auf eine Armeestellung in Homs abgefeuert worden seien. Dabei seien die Flugbahn geändert und die Zivilisten verletzt worden.


+++ 8:36 Uhr, Luftschläge der Westmächte als eindeutige Botschaft an Assad +++
Der Angriff der amerikanischen, britischen und französischen Streitkräfte ist nicht mehr überraschend. Doch die Konsequenzen sind ungewiss.


+++ 8:17 Uhr, Syrien verurteilt Angriff +++
Syrien hat den Angriff der drei Westmächte auf das Land als „offenen Verstoß“ gegen internationales Recht „auf Schärfste“ kritisiert. Das Außenministerium in Damaskus forderte die internationale Gemeinschaft am Samstag in einer Mitteilung dazu auf, die „Aggression“ zu verurteilen. Diese heize die Spannungen in der Welt an und stelle eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit dar. Zuvor hatte bereits die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana den Angriff verurteilt. „Einmal mehr bestätigen die USA und die Achse zur Unterstützung des Terrors, dass sie gegen internationales Recht verstoßen, über das sie bei den Vereinten Nationen prahlerisch reden“, meldete sie. „Die Aggression der drei scheiterte und es gelang ihr nicht, ihre Terrorwerkzeuge zu retten.“




+++ 7:49 Uhr, Frankreichs Verteidigungsministerin: Wir suchen keine Eskalation +++
„Wir suchen nicht die Konfrontation und weisen jede Logik militärischer Eskalation zurück“, sagte die französische Verteidigungsministerin Florence Parly am Samstagmorgen. „Deshalb haben wir mit unseren Verbündeten darauf geachtet, dass die Russen vorher gewarnt werden.“ Die Angriffe galten Parlys Darstellung nach drei Zielen, die zum „verborgenen Chemieprogramm Syriens gehören“. „Das Haupt-Forschungszentrum dieses Programms und zwei wichtige Produktionsstätten wurden angegriffen“, erläuterte sie. Damit sei die Fähigkeit Syriens getroffen worden, chemische Waffen zu entwickeln und herzustellen. Die französische Armee setzte nach Parlys Angaben Fregatten und Kampfflugzeuge ein, um Marschflugkörper abzuschießen. Die Flugzeuge seien von verschiedenen Stützpunkten in Frankreich gestartet. Eine präzise Bilanz der Angriffe werde in den kommenden Stunden veröffentlicht.


+++ 7:35 Uhr, Nato-Generalsekretär: Unterstütze Angriffe auf Syrien +++
„Das wird die Fähigkeiten der Führung einschränken, weiter die Menschen in Syrien mit chemischen Waffen anzugreifen“, erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Samstag in Brüssel. Die Nato habe wiederholt Syriens Einsatz von Chemiewaffen als klaren Bruch internationaler Regeln verurteilt. „Der Gebrauch von chemischen Waffen ist nicht zu akzeptieren, und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, so Stoltenberg weiter.


+++ 7:21 Uhr, Iran verurteilt Angriffe auf Syrien +++
Der Iran hat die Angriffe scharf verurteilt. Das war ein klarer Verstoß gegen internationale Vorschriften und die territoriale Integrität Syriens, wie es am Samstag in einer Presseerklärung des Außenministeriums in Teheran hieß. Der Iran verurteile jeglichen Einsatz von chemischen Waffen. Das Thema hätte aber nicht als Vorwand für militärische Angriffe auf einen Mitgliedstaat der Vereinten Nationen benutzt werden sollen, teilte das Außenministerium der Nachrichtenagentur Isna zufolge mit.


+++ 7:14 Uhr, Russischer Politiker vergleicht Trump mit Hitler +++
„Man kann ihn den Adolf Hitler unserer Zeit nennen“, sagte Alexander Scherin, Vizevorsitzender des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, am Samstag in Moskau. Die westlichen Mächte hätten unter US-Führung eine ähnliche Strategie genutzt. „Schauen Sie mal, er hat sogar dieselbe Uhrzeit ausgewählt zu der Hitler die Sowjetunion angegriffen hat“, sagte Scherin der Agentur Ria Nowosti. Die deutsche Wehrmacht hatte am 22. Juni 1941 frühmorgens mit dem Überfall auf die Sowjetunion begonnen.


+++ 7:00 Uhr, USA, Frankreich und Großbritannien haben einen Luftangriff gegen Syrien ausgeführt +++
In der Nacht auf Samstag haben die Westmächte einen Militärschlag gegen das Regime von Diktator Baschar al-Assad wegen des mutmaßlichen Einsatzes von Chemiewaffen ausgeführt. Getroffen worden seien ein Forschungseinrichtung für Chemiewaffen nahe der Hauptstadt Damaskus sowie ein Lager nahe Homs, sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford. Drei Zivilisten wurden bei dem Angriff verletzt.