Russland entzieht US-Diplomaten Park-Privilegien

Vor der US-Botschaft in Moskau wehen die russische und die US-amerikanische Flagge. (Bild: ddp Images/abaca press)

Diplomatisches Kräftemessen zwischen Washington und Moskau – auf die schräge Art: Wegen Verstimmungen zwischen den beiden Großmächten greift Russland nun zu bürokratischen Mitteln – und macht den US-Diplomaten die tägliche Anfahrt ins Büro so unangenehm wie möglich.

Wie die “New York Post” unter Berufung auf den staatlichen russischen TV-Sender Rossiya 24 berichtet, entzog Russland den US-Diplomaten vor dem Konsulat in St. Petersburg die Sonderparkrechte. Spezial-Parkplatzzeichen wurden entfernt, der Boden wurde mit einem Zebrastreifen versehen und somit zur Fußgängerzone umfunktioniert. Auch in der US-Botschaft in Jekaterinburg wurden die Parkschilder abmontiert.

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland wirken unterkühlt. Die Parkplatz-Kontroverse ist nur ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein: Anfang September hieß es seitens Russland, US-Geheimdienste wollen ein russisches Konsulat in San Francisco durchsuchen. Die russische Außenamtssprecherin Marija Sacharowa nannte die angeblich geplante Durchsuchung eine “Invasion unser konsularischen Einrichtungen”, die den ohnehin angespannten diplomatischen Beziehungen weiter schadete.

Russland entzieht US-Diplomaten Park-Privilegien

Die USA hatte Russland Ende August angewiesen, das Konsulat in San Francisco sowie zwei Außenstellen in Washington und New York aus “dem Grundsatz der Ausgewogenheit” zu schließen. 755 Mitarbeiter seien davon betroffen. Zuvor hatte die russische Regierung angekündigt, dass die USA ihr diplomatisches Personal in Russland reduzieren müsste.

Trotz des angespannten Verhältnisses wollen sich beide Länder bemühen, die Beziehungen wieder zu normalisieren. Wie Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Dienstag nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Thomas Shannon ankündigte, wollen die beiden Länder demnächst über den Stand der nuklearen Abrüstung nach Start-3-Vertrag beraten.

Über den Parkplatzstreit herrscht indes Schweigen: Mary Olsen, eine Sprecherin der US-Botschaft in Moskau, verweigere einen Kommentar zu der Causa, so die “New York Post”.

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