Russland-Dossier: Jetzt geht Donald Trumps Anwalt dagegen vor

US-Präsident Donald Trump (Bild: AP Photo)

Vor einem Jahr, am 10. Januar 2017, veröffentlichte das Online-Portal „BuzzFeed“ das sogenannte Russland-Dossier. Darin behauptet der Ex-Spion Christopher Steele, zwischen der russischen Regierung und Donald Trump gebe es Kontakte. Nun klagt der Anwalt des US-Präsidenten.

„Genug ist genug.“ Mit diesen Worten meldete sich am Dienstag Donald Trumps Anwalt Michael Cohen zu Wort. Er habe Klage gegen „BuzzFeed“ eingereicht, da das Portal ein „mit Lügen gespicktes Dokument“ über den Präsidenten und ihn veröffentlicht hat. Außerdem richtet sich die Klage gegen das politische Unternehmen „Fusion GPS“, das Material für das Dossier gesammelt hat.

In dem Dossier wird der Name von Donald Trumps Anwalt Michael Cohen 15 Mal genannt. Mit den vermeintlichen Russland-Beziehungen, die Trump in dem Dossier attestiert werden, will Cohen jedoch nichts zu tun haben. „Im Gerichtsverfahren wird bewiesen werden, dass ich an der Absprache mit Russland nicht beteiligt bin“, sagte Cohen gegenüber dem Nachrichtennetzwerk „Bloomberg“. „Mein Name wurde nur wegen meiner Nähe zum Präsidenten aufgenommen.“

Seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im November 2016 begleiten ihn Gerüchte, wonach Russland sich zugunsten des 71-Jährigen in die Wahl eingemischt habe. Im Russland-Dossier, das nach seinem Verfasser Christopher Steele auch Steele-Dossier genannt wird, sollen 17 Einzelberichte nachweisen, dass es in der Tat Verbindungen zwischen dem Kreml und dem Wahlkampfteam von Donald Trump gegeben haben soll.

Donald Trumps persönlicher Anwalt Michael Cohen. (Bild: AP Photo)

Bei Steele handelt es sich um einen ehemaligen britischen Geheimagenten mit besten Kontakten zu CIA und FBI. Da die Behauptungen in dem Dossier nicht von Quellen gestützt werden, haben die meisten Medien dessen Veröffentlichung abgelehnt. Nur „BuzzFeed“ wagte den Schritt, den Bericht auf seiner Webseite zu publizieren.

Laut BuzzFeed-Kommunikationschef Matthew Mittenthal ist das Dossier derzeit „Gegenstand aktiver Untersuchungen“ im US-Kongress. Sollte es zu einer Anhörung kommen, würden sich die Mitarbeiter von „BuzzFeed“ darauf freuen. Denn dann könnten sie ihrer Berufung nachkommen und „vor Gericht die Pressefreiheit verteidigen“.

In dem Dossier findet sich unter anderem die Behauptung, die russischen Behörden hätten kompromittierendes Material gegen Donald Trump in der Hand. Unter anderem sollen
„unorthodoxe“ Sexualpraktiken von Trump mit Prostituierten in einem Hotel gefilmt worden sein.

Donald Trump kommentierte die Publikation des Dossiers damals in einem Tweet: „Geheimdienste hätten diese Fake News nie an die Öffentlichkeit ‚leaken’ dürfen. Ein letzter Schlag gegen mich. Leben wir in Nazi-Deutschland?“