Russland bestellt Botschafter Deutschlands und anderer EU-Staaten ein

Die russische Regierung hat vier deutsche Diplomaten zum Verlassen des Landes aufgefordert

Das russische Außenministerium hat am Freitag die Botschafter Deutschlands und weiterer EU-Staaten ins Außenministerium einbestellt. Die Diplomaten sollten über Vergeltungsmaßnahmen der russischen Seite im Zuge der Skripal-Affäre informiert werden, erklärte das Außenministerium in Moskau. Der niederländische Botschafter sagte der Agentur Tass, dass zwei Diplomaten seines Landes ausgewiesen würden. Am Vortag hatte Russland 60 US-Diplomaten im Zusammenhang mit der Skripal-Affäre ausgewiesen.

Der deutsche Botschafter Rüdiger von Fritsch verließ das Moskauer Außenministerium gegen Mittag wieder, wie ein AFP-Fotograf beobachtete. Zudem einbestellt wurden die Botschafter aus Großbritannien, Frankreich, Italien, Polen, Tschechien, der Slowakei, Litauen und Lettland.

Die Einberufungen stehen im Zusammenhang mit dem Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia am 4. März in England. Großbritannien und andere westliche Staaten machen Moskau für die Tat verantwortlich. 26 Staaten haben seither die Ausreise von russischen Diplomaten angeordnet, darunter Deutschland. Insgesamt sind rund 150 Russen von den Ausweisungen betroffen.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte "symmetrische Maßnahmen" seiner Regierung in Reaktion auf die Ausweisungen angekündigt. Da Deutschland vier russische Diplomaten ausgewiesen hat, könnte Russland nun seinerseits vier deutsche Diplomaten zum Verlassen des Landes auffordern.