Russland bereitet ein gigantisches Militär-Manöver vor, das Experten beunruhigt

Jonas Lotz
Putins Militärmanöver versetzt Experten in Sorge

Ab dem 14. September wollen Russland und Weißrussland ihre einwöchige Militärübung „Zapad 2017“ („Westen 2017“) entlang der Grenzen zu Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland und der Ukraine abhalten. Das russische Verteidigungsministerium bezeichnete diese als „Anti-Terror-Übung,“ die ein „rein defensives“ Manöver sei. 

In den restlichen osteuropäischen Staaten wird diese Militärübung jedoch misstrauisch beobachtet. Das russische Verteidigungsministerium spricht zwar nur von einigen Tausend beteiligten russischen Soldaten. Gegenüber der „Bild“ sagte Robertas Šapronas, verteidigungspolitischer Direktor im litauischen Verteidigungsministerium, jedoch: „Es wäre heutzutage höchst unverantwortlich von den Ländern in unserer Region, die Worte des russischen Verteidigungsministerium zum Nennwert zu nehmen.“ Die vergangenen Militärmanöver Zapad 2009 und Zapad 2013 bezeichnete er als „alles andere als defensiv.“

Russland will auf „die territoriale Integrität und politische Souveränität“ seiner Nachbarstaaten achten

Andreas Umland, leitender Wissenschaftler am Institut für Euro-Atlantische Kooperation in Kiew, bestätigte dies gegenüber der „Bild.“ Obwohl es aus Russland viele offizielle Verlautbarungen und vertragliche Zusicherungen gegeben habe, „die territoriale Integrität und politische Souveränität“ seiner Nachbarstaaten zu achten, habe der Einmarsch in die Ukraine dazu geführt, dass „verbale Versicherungen russischer Staatsorgane oder Politiker heute noch weniger ernst genommen werden als zuvor.“

Russischen Angaben zufolge sollen bei „Zapad 2017“ 5500 russische Soldaten, von denen 3000 auf weißrussischem Boden stationiert werden, und 7200 weißrussische Soldaten teilnehmen. Allerdings zweifeln Experten an diesen Zahlen vom russischen Verteidigungsministerium. Russlandexperte Umland gibt an, dass „die bereits vorliegenden Medien-, Untersuchungs und Forschungsberichten auf ein wesentlich größeres Manöver“ deuten würden. 

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