Russland-Affäre: Ermittlungen gegen Präsidentschaftskandidatin Jill Stein

Jill Stein ist unter Verdacht geraten. (Bild: AP Photo)

Hatte der russische Präsident Wladimir Putin womöglich noch stärkeren Einfluss auf den US-Präsidentschaftswahlkampf als bislang vermutet? Der US-Senat geht dieser Frage jetzt nach. Ins Visier ist die Spitzenkandidatin der Grünen, Jill Stein, geraten. Sie hatte eine Veranstaltung mit Putin besucht.

Der Geheimdienstausschuss des US-Senats weitet seine Ermittlungen zur möglichen Einflussnahme Russlands auf den Präsidentschaftswahlkampf aus. Neben den Kontakten zwischen dem Kreml und Donald Trumps Team wird jetzt auch die Rolle von Jill Stein, Spitzenkandidatin der Green Party, untersucht. Das teilte der republikanische Senator Richard Burr aus dem Bundesstaat North Carolina mit, wie die Zeitung „The Washington Post“ berichtete.

Das Komitee interessiert sich für etwaige Absprachen zwischen Steins Lager und Russland. Die Politikerin hatte 2015 ein Abendessen in Moskau besucht. Mit am Tisch saßen Putin und Trumps enger Wahlkampfberater und ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn. Der hatte Anfang Dezember vor Gericht zugeben müssen, in der Vergangenheit die Unwahrheit über seine Kontakte zu Russland gesagt zu haben.

Michael Flynn log über Kontakte zum Kreml. (Bild: AP Photo)

Stein wies die Verdächtigungen zurück. Sie und ihr Team hätten für die Reise nach Moskau keine Bezahlung oder Entschädigung erhalten. Die Ausweitung der Ermittlungen legen dem Bericht zufolge den Schluss nahe, dass die Untersuchung noch weit ins nächste Jahr dauern wird. Senator Burr hatte zuvor bereits angekündigt, dass auch Berichte zu Hillary Clinton geprüft werden sollen. Das Wahlkampfteam der demokratischen Präsidentschaftskandidatin und die Führung ihrer Partei haben Anschuldigungen zufolge Untersuchungen zu Trumps Aktivitäten in Moskau finanziert.

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