Russisches Sextett um Legkow doch gesperrt

Alexander Legkow und fünf seiner russischen Mitstreiter wurden nun doch provisorisch gesperrt

Der Ski-Weltverband FIS hat die sechs wegen des Dopingskandals lebenslang für Olympia gesperrten russischen Langläufer nun doch provisorisch suspendiert. Das teilte die FIS am Donnerstagnachmittag mit.

Die russischen Sportler um den Sotschi-Sieger Alexander Legkow sind ab sofort nicht mehr bei FIS-Rennen startberechtigt. In der vergangenen Woche hatte sich der Verband noch gegen eine Suspendierung entschieden.

Als Grund für die Kehrtwende nannte die FIS in einer Stellungnahme die am Montag veröffentlichte schriftliche Urteilsbegründung der zuständigen Oswald-Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Fall Legkows.

Für Olympia lebenslang gesperrt

"Die FIS ist beunruhigt über das Ausmaß der systematischen Verschwörung, um positive Tests russischer Athleten bei den Olympischen Spielen in Sotschi zu verhindern, wie es in der IOC-Entscheidung im Detail und mit überzeugenden Beweisen dargestellt ist", hieß es vonseiten der FIS.

Das IOC hatte Legkow sowie Jewgeni Below, Maxim Wylegschanin, Alexej Petuchow, Julia Iwanowa und Jewgenija Schapowalowa Anfang November lebenslang in allen Funktionen für Olympia gesperrt.

Das Sextett streitet jegliches Fehlverhalten ab und kündigte bereits den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS an. Am vergangenen Wochenende waren Below und Wylegschanin beim ersten Weltcup in Kuusamo an den Start gegangen, hatten aber Podestplatzierungen verpasst.

Russland-Ausschluss am Dienstag

Das Anti-Doping-Panel der FIS befand nun, dass es aufgrund der Urteilsbegründung der Oswald-Kommission "höchstwahrscheinlich" sei, dass die Sportler an der systematischen Verschwörung teilgenommen hätten. Die Athleten hätten das Recht auf ein ordentliches Verfahren und eine persönliche Anhörung, bevor eine finale Entscheidung getroffen werde.

Insgesamt hat die Oswald-Kommission bisher 22 russische Athleten lebenslang für Olympia gesperrt. Auch der Bob- und Skeleton-Weltverband IBSF sowie die Internationale Biathlon-Union IBU haben bei den in ihrer Verantwortung liegenden Fällen Suspendierungen ausgesprochen.

In der Urteilsbegründung im Fall Legkows hatte die Oswald-Kommission den McLaren-Report, der Russland über Jahre ein institutionalisiertes Dopingsystem attestierte, anerkannt und von einer "Verschwörung" gesprochen.

Zudem stufte sie Whistleblower Grigorij Rodtschenkow als "glaubwürdigen Zeugen" ein. Das IOC entscheidet am kommenden Dienstag über einen Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang.