Russisches Parlament stimmt für umstrittene Erhöhung des Renteneintrittsalters

Das russische Parlament hat einer höchst unpopulären Erhöhung des Renteneintrittsalters zugestimmt. 372 Duma-Abgeordnete sprachen sich am Donnerstag in erster Lesung für die Erhöhung auf 65 Jahre für Männer und 63 Jahre für Frauen aus, 102 Abgeordnete stimmten dagegen.

In einem bemerkenswerten Schritt lehnten regierungsfreundliche Parteien wie die Kommunisten und die liberal-demokratische Partei den Vorstoß der Regierung von Präsident Wladimir Putin ab. Die zweite Lesung des Gesetzes wurde für den 24. September angesetzt.

Die geplante erste Erhöhung des Rentenalters in Russland seit fast 90 Jahren hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Derzeit können Frauen in Russland mit 55 Jahren in Rente gehen, Männer mit 60 - früher als in den meisten Ländern der Welt. Allerdings ist auch die Lebenswartung der Russen verhältnismäßig niedrig.

Am Vorabend der Abstimmung im Parlament demonstrierten rund tausend Menschen in Moskau gegen die Pläne des Kreml. Weitere Proteste sind angekündigt. Beobachtern zufolge könnte die wachsende Unzufriedenheit über die Lebensverhältnisse in Russland zu einer großen Herausforderung für Putin werden.