Russisches Medien-Sternchen Xenia Sobtschak will zur Präsidentenwahl antreten

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Xenia Sobtschak

Die russische Fernsehmoderatorin Xenia Sobtschak will für das Präsidentenamt kandidieren. Sobtschak kündigte am Mittwoch an, bei der Wahl im März 2018 für die Opposition ins Rennen gehen zu wollen. Die Tochter des ehemaligen Bürgermeisters von St. Petersburg, Anatoli Sobtschak, präsentierte sich in einem Video auf ihrer neu eingerichteten Kampagnenseite im Internet.

"Mein Name ist Xenia Sobtschak. Ich trete für die Präsidentschaft an", schrieb die 35-Jährige, die einst als Ikone der "goldenen Jugend" der Ära Putin und "russische Paris Hilton" galt. In einem in der Onlineausgabe der Zeitung "Wedomosti" veröffentlichten Brief erklärte sie, sie wolle "nicht einfach eine Kandidatin" sein. Vielmehr trete sie als "Sprachrohr" für all diejenigen an, "die keine Kandidaten werden können". Sobtschak kündigte ihre Unterstützung für den Oppositionsführer Alexej Nawalny an. Für eine Kandidatur muss sie aber zuerst noch 300.000 Unterstützer-Unterschriften sammeln.

Der 41-jährige Politiker und Anwalt Nawalny ist einer der bekanntesten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin und prangert regelmäßig die Korruption in Russland an. Er musste sich schon mehrfach vor Gericht verantworten und wurde wiederholt zu Geld- und Haftstrafen verurteilt. Derzeit verbüßt er eine 20-tägige Haftstrafe wegen seiner wiederholten Aufrufe zur Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen.

Nawalny hält seine wiederholten Verurteilungen für politisch motiviert. Wegen einer Verurteilung im Februar 2017 darf er nicht bei der Präsidentschaftswahl im März antreten. Am Dienstag hatte die russische Wahlkommission mitgeteilt, dass der Kreml-Kritiker Nawalny erst ab 2028 wieder kandidieren dürfe. Putin hat bislang nicht erklärt, ob er wieder zur Wahl antritt. Doch es gilt als sicher, dass er wieder kandidiert und dann aller Voraussicht ein viertes Mandat bis 2024 erringt.