Russischer Sprengsatz-Bastler in Norwegen zu neun Monaten Haft verurteilt

Ein Osloer Gericht hat einen 17-jährigen Russen aus der Kaukasusrepublik Inguschetien zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt, weil er eine Bombe in der norwegischen Hauptstadt zünden wollte. Im April hatte die Polizei nach eigenen Angaben einen "primitiven Sprengsatz" im Zentrum von Oslo gefunden und einen 17-jährigen Verdächtigen festgenommen. Wie am Montag aus Gerichtsakten hervorging, wurde er für den "Besitz von Sprengstoff mit der Absicht, eine Straftat zu begehen", verurteilt.

Sprengstoffexperten hatten den Gegenstand, der nach Angaben des norwegischen Inlandsgeheimdienstes PST nur eine begrenzte Zerstörungskraft hatte, am 9. April in Oslo gefunden und kontrolliert gesprengt. Nach dem Fund waren Teile des zentrumsnah gelegenen Stadtteils Grönland abgeriegelt und mehrere Bars und Restaurants evakuiert worden. Norwegen erhöhte außerdem die Terrorwarnstufe für zwei Monate. Ein Terroranschlag wurde für "wahrscheinlich" erklärt.

Der Verdächtige war den Ermittlern bekannt, weshalb wollten sie allerdings nicht mitteilen. Die Verteidigung des 17-Jährigen sprach von einem "Dummejungenstreich" und plädierte auf Freispruch, wohingegen die Anklage eine zweijährige Haftstrafe forderte. Wegen der geringen Sprengkraft der Bombe fiel das Urteil vergleichsweise milde aus.

Da der Jugendliche bereits seit April in Untersuchungshaft war, hat er einen Großteil seiner Haftstrafe bereits abgesessen. Der 17-jährige Russe war 2010 mit seiner Familie nach Norwegen gekommen und hatte dort Asyl beantragt.

In der Woche vor dem Bombenfund hatte es im Nachbarland Schweden einen Anschlag mit einem Lastwagen gegeben, bei dem im Stadtzentrum vier Menschen getötet und weitere 15 Menschen verletzt worden waren. Als mutmaßlicher Täter wurde damals ein 39-jähriges Usbeke festgenommen, der sich später zu einer "terroristischen Tat" bekannte.