Russischer Serienkiller wegen 59 weiterer Morde vor Gericht

Ein wegen Mordes von 22 Frauen bereits verurteilter russischer Ex-Polizist steht seit Mittwoch wegen 59 weiteren Morden vor Gericht. Michail Popkow erschien in der sibirischen Stadt Irkutsk vor dem Richter, nachdem er 59 weitere Morde und einen Mordversuch zwischen 1992 und 2010 gestanden hatte, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Er verbüßt bereits eine lebenslange Haftstrafe für 22 Morde und zwei Mordversuche im sibirischen Angarsk in den Jahren 1994 bis 2000.

Der 53-Jährige, der bis 1998 Polizist war, hatte seine Opfer nachts in seinen Dienstwagen gelockt, sie vergewaltigt und erstochen. Die Leichen wurden später im Wald, am Straßenrand und auf einem Friedhof gefunden. Zwei Frauen überlebten mit schweren Verletzungen. Der Angeklagte sagte russischen Medienberichten zufolge nach seiner Festnahme aus, er habe die Stadt von Prostituierten "säubern" wollen. Unter seinen Opfern waren aber auch eine Lehrerin und eine Verkäuferin.

Die Mordserie hatte Angarsk sechs Jahre lang in Atem gehalten, bevor sie im Jahr 2000 abrupt endete. Die Ermittler hatten schon früh vermutet, dass ein Polizist hinter den Morden stecken könnte, weil er kaum Spuren hinterließ. Um den Täter zu finden, ordneten die Behörden einen Massengentest an. Überprüft wurden vor allem Besitzer von Autos, zu denen die Reifenspuren an den Tatorten passten.

Wie russische Medien unter Berufung auf ehemalige Kollegen berichteten, war der Mörder an den Ermittlungen zu einigen seiner Verbrechen selbst beteiligt. Er wurde schließlich 2012 in Wladiwostok gefasst, wo er ein Auto kaufen wollte. Seine Haftstrafe verbüßt er in einem speziellen Straflager für ehemalige Ordnungshüter.