Russischer Oligarch Achmedow fordert seine in Hamburg festgesetzte 430-Millionen-Euro-Yacht "Luna" zurück

Die deutschen Behörden haben die "Luna" im Hamburger Hafen beschlagnahmt.  - Copyright: picture alliance
Die deutschen Behörden haben die "Luna" im Hamburger Hafen beschlagnahmt. - Copyright: picture alliance

Der russische Oligarch Farchad Achmedow fordert die Europäische Union auf, die Sanktionen gegen ihn aufzuheben und seine Superyacht zurückzugeben. Das berichtet die britische Zeitung "The Times". Sein Schiff "Luna" liegt derzeit im Hamburger Hafen. Es ist dort von Behörden festgesetzt worden.

Die EU hatte im April wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine Sanktionen gegen Achmedow verhängt. Damals erklärte die EU, der Oligarch stehe "dem Kreml nahe" und sei "eine führende Geschäftsperson, die in Wirtschaftszweigen tätig ist, die eine wesentliche Einnahmequelle für die Regierung der Russischen Föderation darstellen".

Achmedow, der einen Großteil seines Reichtums in der Gasindustrie erworben hat, erklärte, dass er seine Verbindungen zur Energieindustrie abgebrochen habe und bestritt jegliche Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Vergangenen Monat wurde Achmedows 115 Meter lange Superyacht "Luna" im Hamburger Hafen festgesetzt. Der Wert des Schiffs, das Achmedow im Jahr 2014 für rund 256 Millionen US-Dollar gekauft hatte, wird derzeit auf rund 460 Millionen Dollar (430 Millionen Euro) geschätzt.

Es war nicht das erste Mal, dass Achmedow um den Zugang zu seiner Luxusyacht kämpfen musste. Das Schiff – mit 81 Fernsehern, einem der größten Swimmingpools auf einer Yacht und einem Mini-U-Boot – war einst Gegenstand einer der größten Scheidungsvereinbarungen in Großbritannien.

Im Jahr 2017 entschied ein Richter, dass Achmedow etwa 40 Prozent seines Vermögens, damals rund 484 Millionen Dollar (450 Millionen Euro), zahlen musste, nachdem seine Frau Tatiana Achmedow die Scheidung eingereicht hatte. Achmedow verfügt laut Forbes über ein geschätztes Nettovermögen von rund 1,7 Milliarden Dollar (rund 1,6 Milliarden Euro).

Damals weigerte sich der Milliardär, die Scheidungsabfindung zu zahlen, was zu einem fünfjährigen Rechtsstreit führte. Tatjana Achmedow beauftragte ein Team von Spezialisten damit, das Vermögen ihres ehemaligen Ehemanns zu beschlagnahmen – darunter auch seine Superyacht, wie die "Times" berichtet. In der Folge lag die Yacht "Luna" über zwei Jahre lang in Dubai vor Anker.

Im Juli fand der Streit ein Ende, als sich das Paar auf eine Auszahlung von rund 106 Millionen Dollar und Kunstgegenstände im Wert von 53 Millionen Dollar einigte – über 75 Millionen Dollar davon hat Tatjana Achmedow laut Reuters für die Begleichung der Vermögenssuche verwendet. Ursprünglich hatte die "Luna" dem Oligarchen Roman Abramowitsch gehört, gegen den im Zuge des Ukraine-Krieges ebenfalls Sanktionen verhängt wurden.

Achmedows Yacht ist nicht das einzige Schiff, das im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg im Hamburger Hafen beschlagnahmt wurde. Im April beschlagnahmte Deutschland die größte Yacht der Welt, ein 735-Millionen-Dollar-Schiff, das dem sanktionierten russischen Oligarchen Alischer Usmanow gehörte. Der Milliardär wehrt sich ebenfalls gegen diesen Schritt.

Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt, das Original lest ihr hier.

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