Russischer Gouverneur tritt nach Brandkatastrophe in Sibirien zurück

Hinterbliebene in Kemerowo trauern um Opfer

Der Gouverneur der russischen Region Kemerowo ist eine Woche nach der Brandkatastrophe in einem Einkaufszentrum zurückgetreten. Der seit 21 Jahren amtierende Gouverneur Aman Tulejew sagte am Sonntag, er könne sein Amt mit einer "solchen schweren Bürde" nicht länger ausüben. Sein Rücktritt sei "die einzig richtige Entscheidung", sagte er in einer dreiminütigen Videoansprache, die sein Büro verbreitete.

Bei dem Brand in der sibirischen Stadt Kemerewo waren am vorangegangenen Sonntag 64 Menschen ums Leben gekommen, 41 von ihnen waren Kinder. Hinterbliebene und wütende Anwohner hatten den Rücktritt des Gouverneurs gefordert: Sie legten ihm zur Last, den Unglücksort in den ersten Tagen nicht besucht und nicht mit Hinterbliebenen und Überlebenden gesprochen zu haben.

Hinterbliebene warfen Feuerwehr und Polizei vor, den Brand nicht energisch genug bekämpft zu haben - offenbar auch, weil ihnen Ausrüstung dafür fehlte. Zudem waren in dem Einkaufszentrum Sicherheitsbestimmungen missachtet worden. So war beispielsweise der Feueralarm nicht einsatzbereit.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag bei einem Besuch in der sibirischen Stadt von "krimineller Nachlässigkeit und Schlamperei" gesprochen. Eine Entlassung des Gouverneurs hatte er zunächst aber abgelehnt.