Russischer Ex-Wirtschaftsminister wegen Korruption zu acht Jahren Haft verurteilt

Uljukajew von Moskauer Gericht verurteilt

Der ehemalige russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew ist wegen Korruption zu acht Jahren Straflagerhaft und einer Geldbuße in Millionenhöhe verurteilt worden. Ein Moskauer Gericht sprach den 61-Jährigen am Freitag schuldig, bei einem Ölgeschäft Schmiergelder in Höhe von 118 Millionen Rubel (1,7 Millionen Euro) angenommen zu haben. Die Geldstrafe beläuft sich auf rund 130 Millionen Rubel.

Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von umgerechnet rund sieben Millionen Euro gefordert. Uljukajew ist der ranghöchste Regierungsvertreter, der in der seit mehr als 15 Jahren währenden Ära Putin festgenommen wurde.

In November vergangenen Jahres war Uljukajew von Präsident Wladimir Putin seines Amtes enthoben worden. Seit 2013 war er Wirtschaftsminister gewesen. Das Bestechungsgeld soll er vom Chef des russischen Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, erhalten haben. Setschin ist ein Vertrauter und langjähriger Weggefährte Putins. Mit dem Geld sollte angeblich seine Zustimmung zum Verkauf der Ölgesellschaft Baschneft an Rosneft erkauft werden.

Uljukajew nannte das Urteil "ungerecht" und kündigte an, in Berufung zu gehen. Zuvor hatte er einmal gesagt, die Haft in einem Straflager komme einem Todesurteil gleich. Derartige Lager befinden sich meist an abgelegenen Orten, Kontakt zu Familienmitgliedern ist nur sehr eingeschränkt möglich.

Bereits während seines Prozesses sprach Uljukajew von einem Komplott gegen ihn, der vom Inlandsgeheimdienst FSB und Setschin eingefädelt worden sei. Setschin war nie vor Gericht erschienen, obwohl er als Zeuge geladen war.