Russischer Dschihadist im Irak zum Tode verurteilt

Im Irak hat ein Gericht ein russisches Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zum Tode verurteilt. Das zentrale Strafgericht in Bagdad erklärte am Dienstag, der bei der Rückeroberung von Mossul gefasste Mann werde mit dem Strang hingerichtet. Er habe gestanden, seit 2015 "terroristische Operationen gegen die Sicherheitskräfte" ausgeführt zu haben. Der Mann habe der Al-Sarkawi-Brigade des IS angehört.

Nach neunmonatigen Kämpfen hatten die von einer internationalen Militärkoalition unterstützten irakischen Streitkräfte im Juli die nordirakische Stadt Mossul zurückerobert. Die zweitgrößte Stadt des Irak hatte dem IS lange Zeit als Hauptstadt in den irakischen Regionen unter seiner Kontrolle gedient. Inzwischen ist die Dschihadistenmiliz sowohl im Irak als auch in Syrien auf dem Rückzug.

Die irakische Armee hatte im Juli zahlreiche ausländische IS-Anhänger in Mossul festgenommen, unter ihnen auch vier deutsche Frauen. Nach Informationen des "Spiegel" wurden Strafverfahren gegen sie eröffnet. In Deutschland ermittelt dem Magazin zufolge der Generalbundesanwalt wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gegen die Frauen. Es handle sich um eine Jugendliche aus Sachsen, eine in Tschetschenien geborene Deutsche sowie eine Deutsche mit marokkanischen Wurzeln mit ihrer 20-jährigen Tochter.