Nach russischem Angriff: Frau wird nach 10 Stunden aus den Trümmern gerettet

Nach dem russischen Raketenangriff auf ein Wohnhaus in der ukrainischen Stadt Dnipro ist die Zahl der Toten offiziellen Angaben zufolge auf 29 gestiegen. Noch immer werden mehr als 40 Menschen vermisst, teilte der Stadtrat von Dnipro mit.

In der Nacht auf Sonntag hörten die Rettungskräfte während einer Schweigeminute eine Stimme unter den Trümmern, zehn Stunden später konnten sie die Frau befreien. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden bislang 72 Menschen verletzt gerettet - darunter 13 Kinder.

23-Jährige überlebte wie durch ein Wunder

Eine Frau wurde in einer zerstörten Wohnung im 7. Stock ihres Hauses geborgen.

Die Frau heißt Anastasia Shvets, sie ist 23 Jahre alt. Das Foto stammt von Arsen Dzodzayev, einem Ingenieur und Fotografen, in jener Nacht mit seiner Frau in Dnipro unterwegs war. Sie hörten die Explosion, sahen was geschehen war und Arsen holte seinen Fotoapparat.

Anastasia verlor im September ihren Verlobten im russischen Angriffskrieg. Ihre Eltern werden noch unter den Trümmern vermisst.

Die junge Frau wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Sie erzählte, dass sie keine Worte und keine Gefühle habe. Sie fühle nichts "außer einer großen Leere im Inneren".

Putin spricht von "positiver Dynamik"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf Twitter, dass man um jeden Menschen und jedes Leben kämpfen werde. Man werde jeden finden, der in den Terror verwickelt sei.

Unterdessen erklärte der russische Präsident Wladimir Putin, dass die militärischen Aktionen in der Ukraine eine "positive Dynamik" hätten.

"Alles laufe nach den Plänen des Verteidigungsministeriums und des Generalstabs", sagte der Kremlchef im russischen Staatsfernsehen. Er hoffe, dass man sich "weiterhin an den militärischen Erfolgen der Kämpfer erfreuen" könne.

Kiew meldet Drohnenangriff auf Wagner-Gruppe

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin lobte die Arbeit seiner Söldner-Gruppe bei der Einnahme der ostukrainischen Stadt Soledar. In einer am Samstag veröffentlichten Video-Erklärung sagte der Putin-Vertraute, ukrainische Kämpfer seien getötet worden, wenn sie sich geweigert hätten, sich zu ergeben. Kiew zufolge dauern die Kämpfe um Soledar weiter an.

Die Ukraine veröffentlichte zudem ein Video, das einen Drohnenangriff auf Mitglieder der Söldnergruppe Wagner zeigen soll, die in Soledar gekämpft hätten.

Grenzschützer sollen die feindlichen Infanterieeinheiten entdeckt haben, die sich in Gräben versteckt hätten, so der ukrainische Grenzschutzdienst.