Russische Sicherheitskräfte erschießen drei Angeklagte bei Fluchtversuch

Zaun vor dem Moskauer Regionalgericht in Krasnogorsk

Bei einer Schießerei in einem Gericht nahe Moskau sind drei wegen Mordes angeklagte Bandenmitglieder getötet worden. Als die insgesamt fünf Männer am Dienstag zu fliehen versuchten, kam es nach Angaben der Ermittler zu einer Schießerei. Die von zwei Polizisten eskortierten Angeklagten griffen demnach die Beamten in einem Aufzug des Gerichts von Krasnogorsk an.

Einer der Männer habe einen Wachmann gewürgt, die anderen nutzten die Gelegenheit, um sich ihrer Handschellen zu entledigen und die Dienstwaffen der Polizisten an sich zu bringen. Als Nationalgardisten zu Hilfe eilten, hätten die Angreifer das Feuer eröffnet. Bei der Schießerei wurden den Angaben zufolge zwei weitere Angeklagte schwer verletzt. Auch ein Nationalgardist und zwei Polizisten erlitten Verletzungen.

Die fünf aus Zentralasien stammenden Angeklagten waren nach Polizeiangaben Mitglieder einer Verbrecherbande. Ihr werden 17 Morde in der Moskauer Region zwischen 2012 und 2014 zur Last gelegt. Den Ermittlungen zufolge gingen sie stets auf die gleiche Art und Weise vor: Bei Einbruch der Dunkelheit legten sie Nagelteppiche aus, um die Reifen von Autos zu zerstechen, erschossen deren Fahrer und nahmen alles an sich - bis hin zu Kleidern und Schmuck.

Den Mitglieder der GTA genannten Gang droht lebenslange Haft. Die Bande ist nach dem Gewalt-Videospiel "Grand Theft Auto" benannt, bei dem die Spieler töten und betrügen müssen, um zu gewinnen. Der mutmaßliche Bandenchef Ibaidullo Subchanow war getötet worden, als die Polizei ihn festnehmen wollte.

Die fünf Männer gehören zu insgesamt neun Angeklagten, die seit dem vergangenen Jahr vor Gericht standen. Alle räumten ihre Schuld teilweise ein.